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Kriegswirtschaft im Zweiten Weltkrieg

Die Kriegswirtschaft im Zweiten Weltkrieg war von entscheidendem Einfluss auf den Kriegsverlauf und seinen Ausgang. Während anfangs die jeweilige Militärtaktik entscheidend war, beeinflusste die quantitative Übermacht der Kriegsproduktion der Alliierten den Kriegsverlauf ab 1942 wesentlich. NS-Deutschland und Japan verfolgten eine Blitzkriegstaktik und waren nicht auf einen längeren Krieg vorbereitet. Großbritannien, die Sowjetunion und die USA hingegen hatten seit Kriegsbeginn konsequent eine drastische Ausweitung der Kriegsproduktion herbeigeführt, mit dem Ziel, den Zweiten Weltkrieg nach Art eines Abnutzungskriegs zu gewinnen. Im Dritten Reich wurde erst Anfang 1942 die Kriegsproduktion drastisch ausgeweitet. Die Kriegswirtschaft im Zweiten Weltkrieg führte vor allem bei den Alliierten zu einer deutlichen Ausweitung der Frauenarbeit. Im Dritten Reich, Japan und der Sowjetunion wurden in großem Umfang Zwangsarbeiter eingesetzt.

Zweites Review nach Überarbeitung und Ausbau. -- Pass3456 (Diskussion) 17:46, 11. Aug. 2019 (CEST)

Ein paar Anregungen:
  • "Im Dritten Reich wurde erst Anfang 1942 die Kriegsproduktion drastisch ausgeweitet." und "dass das Deutsche Reich durch eine Kriegswirtschaft schon vor Ausbruch des Zweiten Weltkrieges die mit Abstand bestvorbereitete Kriegspartei war" scheint sich zu widersprechen.
  • "was nach dem Wegfall des zwangsweise durchgesetzten Preisstopps nach dem Krieg zu einer Hyperinflation führte." Und ich dachte, durch den Preisstop und die Bewirtschaftung (die ja Kern des Artikels sind) gäbe es eine zurückgestaute Inflation und die überschüssige Geldmenge sei durch die Währungsreform beseitigt worden
  • "Üblicherweise geht ein Kriegsende mit einer schweren Wirtschaftskrise einher." Sagt wer? Die Gründerjahre waren z.B. wie derNachkriegsboom eine Phase der Hochkonjunktur. Ein Muster, dass ein Kriegsende zur schweren Wirtschaftskrise führt, kann ich nicht erkennen.
  • Unter Kriegswirtschaft_im_Zweiten_Weltkrieg#Kontinentaleuropa fehlt weitgehend die Darstellung, wie die Transformation der Kriegswirtschaft in die Nachkriegswirtschaft erfolgte. Wie lange welche Güter bewirtschaftet wurden, wann die Liberalisierung auf den einzelnen Märkten wieder erfolgte. Auch der (erfolglose) Kampf gegen die Preisfreigabe im Rahmen der Währungsreform 1948 (Westdeutschland) und der EInführung der Sozialen Marktwirtschaft sollte erwähnt werden.
  • "Auch die Industriesubstanz Deutschlands war durch den Zweiten Weltkrieg und die Reparationen nicht so stark geschädigt." Das ist eine mutige These. Die Industriesubstanz Deutschlands der deutschen Ostgebiete war vollständig verloren, die in der SBZ zumindest aus einer westdeutschen Sicht und das der Verlust im Westen so niedrig sein sollte, da gibt es sicher andere Auffassungen. In jedem Fall ist der Vergleich des Standes 1948 (also drei Jahre nach Kriegsende) eher seltsam, da ja dann schon drei Jahre Aufbauarbeit erfolgt waren. Was ganz fehlt ist die Umstellung der Produktion auf zivile Produkte.
  • Generell: Das Thema ist naturgemäß unglaublich umfassend. Zu ganz vielen kriegswichtigen Produktgruppen gab es spezielle Probleme/Lösungen, allein das Thema der Finanzierung füllt sicher Bände. Daher wäre es ggf. besser, das Thema nach Ländern aufzuteilen, um das Thema ein wenig kleiner zu schneiden.
  • Generell: Insbesondere fehlt mir bei GB die Bedeutung der Kolonien, bei D die Nutzung der Infrastruktur der eroberten Gebiete--Karsten11 (Diskussion) 18:42, 11. Aug. 2019 (CEST)
Kleine Anmerkung zur Industriesubstanz: 1948 waren die Demontagen noch nicht einmal beendet. In der Bundesrepublik wurden sie erst 1950 eingestellt. In der SBZ war das Brutto-Anlagevermögen im Jahr 1948 25,7 % geringer als 1936, während es 1945 – trotz Kriegsschäden – 23 % größer als vor dem Krieg gewesen war. Tatsächlich führte im Osten also die Demontage zum Kapazitätsabbau. Die Produktionskapazitäten sanken sogar auf 70 %, da das Fehlen geringwertiger Bauteile den Stillstand einer ganzen Produktionsanlage verursachen konnte Hinzu kam der Abbau des zweiten Gleises auf den Eisenbahnstrecken. Die Abnahme um 49 Prozentpunkte (von 123 % auf 74 %) zwischen 1945 und 1948 ist nur zu etwa einem Fünftel durch Abschreibungen zu erklären. Siehe Demontage (Reparation).--Hnsjrgnweis (Diskussion) 20:49, 23. Okt. 2019 (CEST)

Ahoi Pass 3456.

Ich bin mal über deinen Artikel New Deal gestolpert und fand' ihn sehr sehr gut. Es freut mich zu sehen dass du weiterhin schreibend unter uns weilst. Folgendes ist mir bei der Durchsicht des Artikels aufgefallen :

> Breitenrüstung als Folge der Blitzkriegsstrategie : War es nicht andersrum? Die Blitzkriegsstrategie als notwendige Folge der eigenen Ressourcenunterlegenheit?

> CCCP : Mir fehlen hier komplett die Amerikanischen Lieferungen von Kriegswaffen (inkl. Pz und Flgzg.), Ressourcen und insbesondere Lastkraftwagen, die wenn ich mich recht erinnere die CCCP über die Anfangszeit des Krieges gerettet haben.

> DR : >> Absatz beginnend mit Das Reich verfügte nur über beschränkte Devisenreserven... Ist der Absatz unbelegt oder wird der durch die Refs 16,17 im nachfolgenden Satz belegt?

>> Wenn ich mich recht erinnere waren die Mefo-Wechsel ein Scam um die Schulden aus der Kriegsproduktion zu verstecken. Wenn ich mich ein zweites Mal recht erinnere hat der drohende Zusammenbruch dieses Währungspyramidenspiels die dt. Führung veranlasst vor 1940 (wie eigentlich geplant) den Krieg zu beginnen. Oder hab' ich das falsch im Kopf (Kann sein)?

>> Es sollte schon gesagt werden dass Georg Thomas nicht irgendein General sondern Chef des Wehrwirtschafts- und Rüstungsamts war. Es wäre generell gut bei Nennung von Offizieren und NS-Funktionären deren Position im Apparat mit einem Wort zu umschreiben. (Warlimont, Todt, et al.)

>> Die tschechische Rüstungsindustrie wurde noch vor Kriegsbeginn der Deutschen einverleibt. Inklusive deren moderner Waffensysteme (Pz, Art.) Das fehlt mit leider. Polen hat da keine so große Rolle gespielt aber auch da könnte man einen Satz verlieren.

>> Nahrungsmittel : Wie Napoléon gesagt hat marschiert jede Armee auf ihrem Magen. Das Thema Nahrungsmittelversorgung der Truppe und Zivilisten wird aber immer nur am Rande gestreift. Ist der Begriff Kriegswirtschaft wirklich so eng gefasst und nur auf Waffenproduktion bezogen? Ich denke den Hungerplan einzuarbeiten wäre sinnvoll. Ebenso fehlen mir die Bestrebungen die Industrie der besetzten Gebiete (F, NL, CZ usw...) für den Krieg zu nutzen weitgehend.

> Japan : Der Absatz ist zu kurz und nur mit einer Quelle belegt. Fehlen tut die Rolle Mandschukous. Ebenso die Strategie der Japaner ihre Ressourcenmangel erst in China lösen zu wollen. Als das nicht funktioniert greifen sie die Westmächte an damit sie China besiegen können. Eine eindrucksvolle Demonstration von dem was Hitlers Gegner als va banque-Spiel bezeichnet haben und was bei den Japanern auch im Überfluß vorhanden war. Falls es gewünscht ist kann ich an einem Wochenende mal meine (leider kleine) Ostasienbibliothek durchsuchen und sehen was ich da zusammenkratzen kann. Ein Buch über die jap. Kriegswirtschaft habe ich leider auch nicht. Insbesondere in der Endphase wäre hier auch die Hungersnot in Vietnam 1945 zu nennen die unter anderem auch ein Produkt der jap. Kriegswirtschaft war. Nennenswert wäre auch dass Japan am Ende wegen der Seeherrschaft der USA de-facto auch ökonomisch stranguliert wurde. Lt. Jap. Quellen war die Haupttodesursache für jap. Soldaten in China und SO-Asien Hunger und Mangelernährung, nicht Feindeinwirkung. [steht bei Edward J. Drea : Japan's Imperial Army, Lawrence, 2009 irgendwo ;-) ]

> GB : Hier kenne ich mich selbst sehr wenig aus. Mir fehlen Berichte über die Kolonien und die Auswirkungen der jap. Expansion in Ostasien, sofern sie eine Rolle gespielt haben. Die Hungersnot in Bengalen 1943 wäre hier auch interessant.

> USA : Bin auch hier nicht unbedingt sehr fachkundig. Mir fehlt Rosie the Riveter aber ob mans so plakativ haben will ist Geschmackssache.

> Folgen : Da kann ich leider auch nicht viel zu sagen, dafür bin ich zu wenig wirtschaftshistorisch interessiert.

> Der große Elefant im Raum : Ist leider Nationalchina, denn das fehlt komplett. Schließlich waren die von '37 bis '45 der Punching Bag an dem sich die Japaner totgelaufen haben. Auch hier habe ich ein paar allgemeine Quellen (Hans van de Ven, Rana Mitter) rumliegen. Auf Nachfrage könnte ich mal schauen was ich finden kann.

> Literaturempfehlung : Adam Toozes Buch Wages of Destruction wurde mir mal für die dt. Kriegswirtschaft empfohlen, soll wohl sehr gut sein. Ist mittlerweile in dt. Übersetzung verfügbar. Es ist bereits in der Litliste aber seine Verwendung könnte evtl. Mehrwehrt bieten insbesondere zu den geldwirtschaftlichen Verwicklungen. Auch die Sozialpolitik wird wohl ein bisschen berührt.

> Ölproduktion : Fehlt mir irgendwie auch, oder ich habs überlesen. War ja für die Kriegsplanung und Zielsetzung der Achsenmächte (Dt. Angriff auf den Kaukasus, Jap. Angriff auf britische und NL-Kolonien in SO-Asien) durchaus relevant. Ebenso mussten die Briten ja im Irak intervenieren um sich die dortigen Ressourcen zu sichern. Ich denke da könnte man noch was einarbeiten.

> Quellen : Im großen und Ganzen sehr gut und sehr solide (Eichholtz, Spoerer/Streeb, Kennedy, Abelshauser, Harrison, Milward) Mit dem großen Ploetz und einem autorenlosen Artikelchen vom Webauftritt der Bundesstiftung Aufarbeitung könnte es in der KALP evtl. Probleme geben. Bei der Essential World History von William J. Duiker könnte der Purist auch mehr Themenbezug zum Lemma fordern. Ich tue es mal nicht denn ich bin Duiker-Fan wegen seinen Publikationen zu Vietnam ;-)

Du hast dir hier wirklich eine Mammutaufgabe vorgenommen. Sowas finde ich sympathisch, denn Leute die was anpacken brauchen wir. Sollte irgendeine Aussage meinerseits falsch oder unzutreffend sein ist es mein Fehler und ich wäre froh, wenn du mich korrigieren würdest. Man lernt ja selber auch nicht aus. Gruß -- Nasir Wos? 20:39, 12. Aug. 2019 (CEST)

Das wurde auf der Disk schon angesprochen, indirekt zumindest: Der Artikel nennt sich Kriegswirtschaft im Zweiten Weltkrieg, dem dem wird er aber eig. nicht gerecht, denn geht es fast nur um Kriegsproduktion. Wo ist die zivile Produktion beschreiben, wo die Finanzwirtschaft, oder Handel, oder auch nur der Versuch, nicht nur die großen Länder abzudecken? Das ist freilich alles andere als einfach, die meisten Publikationen darüber sind nun mal länderspezifisch und konzentrieren sich auf das damals wirklich wichtige, das Militär eben. Was auch ganz besonders fehlt ist was zur Weltwirtschaft als ganzes, es war ja ein Weltkrieg. Nur wo gibt dazu taugliche Literatur? Vor Jahren hab ich mal dazu recherchiert, gefunden hab ich, neben dem schon erwähnten Buch von Milward das ein Kapitel dazu hat, dann nur die Jahresberichte von Völkerbund und BIZ (bzw. danach noch die UN). Aber darauf kann man nicht wirkliche ein Artikel bauen. Kennt da vllt. was dazu? Die meisten Wirtschaftsgeschichten sparen die Zeit immer weitgehend aus.--Antemister (Diskussion) 23:47, 12. Aug. 2019 (CEST)

Vielen Dank schon mal für die Ideen! Ein möchte ich mal als Idee einwerfen. Nach lesen der Kommentare ist mir die Idee gereift, dass die Artikelstrucktur nicht optimal ist. Ich denke dass Aha-Effekt bestehen wenn man zu verschiedenen Themen Quervergleich macht (Lebensmittelversorgung und Rohstoffe + Kolonien / Finanzen / Breitenrüstung vs. Tiefenrüstung / Beginn und Ausprägung des "Totalen Krieges" / Zwangsarbeit / Produktionskennziffern etc). Die bisherige Strucktur chronologisch nach Ländern zu unterteilen ist wohl suboptimal. Wie sehrt ihr das? --Pass3456 (Diskussion) 20:08, 13. Aug. 2019 (CEST)

Der Artikel beginnt mit:
Die Kriegswirtschaft im Zweiten Weltkrieg war von entscheidendem Einfluss auf den Kriegsverlauf und seinen Ausgang.
Das gefällt mir nicht als erster Satz, ist aber ein guter 2ter Satz.
Mir schwebt eher sowas vor wie:
Unter Kriegswirtschaft im Zweiten Weltkrieg versteht man den Umbau der Volkswirtschaften auf die Bedürfnisse eines Krieges. Sie war von entscheidenden Einfluss etc.
--Hfst (Diskussion) 11:01, 15. Aug. 2019 (CEST)

Die bisherige Strucktur chronologisch nach Ländern zu unterteilen ist wohl suboptimal. An sich ist das richtig, allerdings bei der derzeitigen Artikelstruktur jetzt nicht so das Problem, denn was der Artikel macht ist, nach Harrison, einen Vergleich der Produktionszahlen und -bedingungen der größeren Länder. Aber das ist wie geschrieben nur ein Teilaspekt. Hab mir jetzt mal etwas überlegt wie so ein Artikel gegliedert werden könnte, in Anlehnung an nach besagtem Völkerbundsbericht[1] und etwas an de moderne Begrifflichkeit angepasst

  1. Einleitung/Überblick
  2. Landwirtschaft und Ernährungslage
  3. Zivile Prosuktion, Rationierung und Konsum
  4. Kriegsproduktion
  5. Handel und Dienstleistungen
  6. Arbeitsmarkt und Zwangsarbeit
  7. Transport und Kommunikation
  8. Finanz- und Bankwesen
  9. Staatsfinanzen
  10. Internationale Handels- und Finanzbeziehungen

die einzelnen Kapitel, bis auf das erste und das letzte, wieder untergliedert:

  • Europa
    • Deutschland
    • Deutscher Machtbereich
    • UK
    • Neutrale
  • Asien
    • Japan
    • Japanischer Machtbereich
    • China
    • Australien und Pazifik
  • USA/Kanada
  • Lateinamerika
  • MENA
  • Indien
  • Schwarzafrika

Aber, das Thema ist ein weites Feld, und um das so umzusetzen müsste das Thema durch Sekundärliteratur mal ähnlich erschlossen worden sein. Nur dazu hatte ich wie gesagt nichts wirkliches gefunden, und so einen Artikel auf zeitgenössische Berichte von Völkerbund und BIZ aufzubauen geht ja auch nicht.--Antemister (Diskussion) 14:19, 15. Aug. 2019 (CEST)

Noch eine Frage: gibt es DIE Kriegswirtschaft im Zweiten Weltkrieg oder hat nicht jedes Land seine eigene Wirtschaft?--Hfst (Diskussion) 18:08, 15. Aug. 2019 (CEST)

Jedes Land hatte seine eigene Vorgehensweise und auch unterschiedliche Ausgangssituationen. Da Kriegswirtschaft auf die totale Mobilisierung ökonomischer Ressourcen hinausläuft gab es trotzdem zwangsläufig einige Parrallelen. Ich sehe den Artikel noch eher am Anfang. Jeder kann sich gerne beteiligen! --Pass3456 (Diskussion) 19:42, 15. Aug. 2019 (CEST)
Reicht es noch, wenn ich erst Ende November/Anfang Dezember ein Review zu dem Artikel schreibe? Schönen Wochenendgruß -- Miraki (Diskussion) 08:26, 12. Okt. 2019 (CEST)
Auf jeden Fall. --Pass3456 (Diskussion) 18:55, 1. Nov. 2019 (CET)
Eine sehr umfangreiche Fleißarbeit, die ganz überwiegend Alan Milwards zwei Bücher „War, Economy and Society 1939 – 1945“ von 1977 und das noch früher 1969 verfasste „Die deutsche Kriegswirtschaft 1939–1945“ nacherzählt. Mllward wird sage und schreibe 143(!) mal im Artikel erwähnt, 7 mal im Fließtext, 2 mal im Literaturverzeichnis und 134 mal als Beleg in den Einzelnachweisen. Andere Literatur wird genannt, doch weit spärlicher rezipiert, am krassesten bei Adam Tooze‘ Studie „The Wages of Destruction. The Making and Breaking of the Nazi Economy“ (2006), die zwar im Literaturverzeichnis genannt ist, aber genau 0(!) mal einen Artikelinhalt belegt. Dass diese wichtige Arbeit nur im Literaturverzeichnis auftaucht, aber für die Artikeldarstellung nicht rezipiert wurde, geht gar nicht.
Dabei spielt die Kriegswirtschaft des Aggressors Deutsches Reich selbstredend eine große Rolle für den 2. Weltkrieg. Bei dieser Art der Literaturverarbeitung überrascht es nicht, dass wesentliche Akteure der Kriegswirtschaft nicht vorkommen, obwohl sie seit den Studien Rolf-Dieter Müllers z.B. in Band 4 von Das Deutsche Reich und der Zweite Weltkrieg (1983) – diese grundlegende Reihe zum 2. Weltkrieg wurde für den Artikel ebenfalls überhaupt nicht ausgewertet - und der schon genannten Studie von Adam Tooze eine wesentliche Rolle spielen, etwa Herbert Backe, der maßgebliche Mann für den wichtigen Ernährungssektor der deutschen Kriegswirtschaft sowohl auf ministerieller Ebene als auch im Vierjahresplan. Er wird bei Tooze, hier liegt mir die 2007 erschienene deutsche Fassung seiner Studie „Ökonomie der Zerstörung. Die Geschichte der Wirtschaft im Nationalsozialismus“ vor, auf über 40 Seiten erwähnt, im hier zum Review stehenden Artikel gar nicht. Ähnlich bei Carl Krauch, treibende Kraft des privatindustriellen IG-Farben-Konzerns im Vierjahresplan, bei Tooze auf über 20 Seiten genannt, hier im Artikel überhaupt nicht.
Dass diese Protagonisten der NS-Kriegswirtschaft nicht genannt werden, wäre vielleicht zu verkraften, wenn die entsprechenden Inhalte für die diese Protagonisten stehen erörtert würden. Doch statt dessen werden veraltete Positionen wiedergegeben. Im Artikel wird ein Widerspruch zwischen wirtschaftlicher „Großraumpolitik“ und „Lebensraum“ behauptet, den es spätestens seit Rolf-Dieter Müllers Forschungen derart nicht gegebene hat. So folgte nach Müller der Kern des Zweiten Weltkrieges, der von Anfang an beabsichtigte und dann 1941 realisierte deutsche Krieg gegen die Sowjetunion: „einer primär wirtschaftlichen Zielsetzung, nämlich Lebensraum im Osten zu erobern“ (Müller im Sammelband Gerd R. Ueberschär u.a. „Unternehmen Barbarossa, Der deutsche Überfall auf die Sowjetunion 1941“, S. 173ff.). Auch die treibende Rolle von Vertretern der Privatwirtschaft im Vierjahresplan geht im Artikel unter.
Im Artikel werden diverse vergleichende tabellarische Statistiken herangezogen, die den Diktus transportieren: So war es, das sind die objektiven Daten. Mit diesen Zahlen wird im Artikel nicht sorgfältig genug, man könnte sagen: scheinobjektiv, umgegangen. Zu dem Komplex hat auf der Artikeldisku schon Benutzer:Enter und auch Benutzer:5glogger kritisch Stellung genommen, ich verweise deshalb dort auf die Threads 9 und 10.
Insgesamt leidet die quantitativ umfassende Darstellung unter der einseitigen Literaturrezeption und dem im Ansatz verfehlten Objektivismus. Da fallen kleinere Monita dann nicht mehr so sehr ins Gewicht. So beispielsweise der verfehlte Einzelnachweis 1 schon in der Einleitung, die bekanntlich die wichtigsten Inhalte des Hauptteils zu resümieren und zu diesem hinzuführen hat. Auch der Einleitungssatz „Kriegswirtschaft im Zweiten Weltkrieg war der Umbau der Volkswirtschaften zu einer Zentralverwaltungswirtschaft …“ scheint apodiktisch, zumindest so früh es irgendwie geht, die Kriegswirtschaft mit Zentralverwaltungswirtschaft zu identifizieren, auch wenn der Satz dann am Schluss noch bei der Wendung landet:„um die Kriegsziele im Zweiten Weltkrieg um jeden Preis zu erreichen“. Ob man den Hauptteil mit der theoretischen Formel für die Kriegswirtschaft „Das absolute Potential x ermittelt sich wie folgt X = p + r + s + e - f“ beginnen kann oder soll, lasse ich dahingestellt.
-- Miraki (Diskussion) 07:27, 20. Nov. 2019 (CET)
Adam Tooze The Wages of Destruction. The Making and Breaking of the Nazi Economy wird in den nächsten Monaten als letzter dicker Schinken noch eingearbeitet. --Pass3456 (Diskussion) 21:38, 4. Dez. 2019 (CET)

Schloss Weyer (Judenburg)

Das Schloss Weyer ist ein Schloss im Stadtteil Weyer in der steirischen Stadt Judenburg. Das Schloss steht unter Denkmalschutz (siehe den Listeneintrag). Es ist im 16. Jahrhundert aus einem Bauernhof entstanden; das dreistöckige Gebäude beinhaltet derzeit Wohnungen.

Habe gerade einen umfangreichen Artikel zum Schloss Weyer (Judenburg) geschrieben und will nachfragen, welche Kriterien er noch erfüllen muss, um zum lesenswerten Artikel vorgeschlagen werden zu können. --SteEis (Diskussion | Bewertung | Beiträge) 20:04, 3. Nov. 2019 (CET)

Hast du dir schon durchgelesen, was der Dehio Steiermark (ohne Graz) 1982 zu diesem Bauwerk schreibt? Ich habe den steirischen Dehio leider nicht, aber vielleicht kann dir da @Liuthalas: weiterhelfen. Dort sind nämlich meist ziemlich genaue Objektbeschreibungen enthalten und bei dir steht der Dehio nicht in den Quellen. ;-) Bleib im Artikel bitte auch immer in der gleichen Zeit. --Die Kanisfluh (Kontakt) 20:33, 3. Nov. 2019 (CET)
Danke für den Hinweis, das Werk kannte ich bis jetzt nicht und habe es auch nicht zur Verfügung. --SteEis (Diskussion | Bewertung | Beiträge) 20:46, 3. Nov. 2019 (CET)
Kommt noch eine Anregung/ein Verbesserungsvorschlag für den Artikel? --SteEis (Diskussion | Bewertung | Beiträge) 16:40, 11. Nov. 2019 (CET)
Ich habe erst mal kurz über den Artikel geschaut und er wirkt auf mich als würde er von Rotlinks erschlagen werden. Ich habe nichts gegen Rotlinks, aber sind wirklich alle Verlinkungen auf (noch) nicht angelegte Artikel notwendig bzw. sind alle Verlinkungen (z.B. die Grabinschrift und die Personen) relevant?. Ich könnte dir auch wie von Kanisfluh vorgeschlagen Scans des Dehios zuschicken wenn du möchtest. LG --Liuthalas (Diskussion) 20:12, 11. Nov. 2019 (CET)
Das wäre ganz nett, bitteschön. --SteEis (Diskussion | Bewertung | Beiträge) 20:41, 11. Nov. 2019 (CET)
Kein Problem. Ich sehe gerade das der Dehio nicht gerade viel über das Schloss Weyer schreibt, aber er sollte dennoch etwas zur Architektur beitragen können. Schickst du mir nur eine Wikimail damit ich dir den Scan zukommen lassen kann. LG --Liuthalas (Diskussion) 20:54, 11. Nov. 2019 (CET)

Der Artikel lässt sich durch die vielen, teils unnötigen (FirmenABC Marketing GmbH, Ahnenforschung Falk Fengler, Sandhof...), teils falschen (GOOGLE BOOKS, Schlüsselschießscharte - vielleicht ist die Schlüsselscharte gemeint?, "Grasweiner" passt nicht in den Satz) Rotlinks schlecht lesen. Hier bitte kräftig ausdünnen. Einige Aussagen sind unpräzise ("der Ansicht einiger nach unpassenden" - wer denn?; "wie viele andere Schlösser") nicht neutral oder müssten belegt sein (" dürfte nicht besonders geschult gewesen sein," quasi der komplette Abschnitt Geschichte). Bei den Einzelnachweisen sollte HTML nicht aufgeführt sein. --Scantasyundfiencefiction (Diskussion) 21:07, 11. Nov. 2019 (CET)

HTML gehört meiner Meinung nach wie die Angabe der deutschen Sprache in eine Quellenangabe. --SteEis (Diskussion | Bewertung | Beiträge) 21:27, 11. Nov. 2019 (CET)
Aber nicht bei der Vorlage:Internetquelle. Der Parameter Format ist für "Besonderes Dateiformat des Ziels (außer HTML)" und bei dem Paramter sprache: "de für „deutsch“ ist nicht erforderlich; würde auch nicht angezeigt." Somit sind beide Angaben überflüssig. --Scantasyundfiencefiction (Diskussion) 19:48, 19. Nov. 2019 (CET)
„Schlüssellochschießscharte“ wird auf Burgen Austria erwähnt. --SteEis (Diskussion | Bewertung | Beiträge) 21:28, 11. Nov. 2019 (CET)

Ich habe noch einige Rotlinks bearbeitet: teils gibt es schon Artikel zu einigen Rotlinks, teils sind sie nicht nötig, weil das Lemma gar nicht relevant würde. Ich bin nicht durch alle Rotlinks gegangen, einen Link auf "Google Books" z.B. empfinde ich nicht als notwendig, falls er jedoch verlinkt werden soll, reicht das ja auch einmalig. Vielleicht siehst du das nochmal durch. --AnnaS. (DISK) 07:25, 21. Dez. 2019 (CET)

Ich habe mich noch nicht inhaltlich mit dem Artikel befasst, aber auf den ersten Blick sind mir einige Punkte aufgefallen, die an die in der de-WP üblichen Gepflogenheiten angepasst bzw. gemäß unseren Regeln geändert werden sollten.

Formalien

  • (Fast?) Alle Vorlagen sind imho nicht korrekt ausgefüllt; die Literaturvorlagen z. B. so, als ob es sich bei den Publikationen um Übersetzungen handelt (was nicht der Fall ist). In der Vorlage Internetquelle sind auch immer einige Parameter zu viel aufgeführt (wurde oben auch schon von Scantasyundfiencefiction angemerkt), zudem ist diese Vorlage für Einzelnachweise und nicht zur Verwendung im Kapitel "Weblinks" gedacht.
  • Die Einleitung sollte einen Überblick über den gesamten Artikel bieten, das erfüllt sie im jetzigen Zustand nicht.
  • Das 1-Satz-Kapitel "Sonstiges" ist stilistisch in zweifacher Hinsicht mehr als unschön. Zum einen ist es mit einem einzigen Satz superkurz, zum anderen deutet bereits die Überschrift daraufhin, dass dort nur eine unwichtige Trivialität wiedergegeben wird.
  • Einige andere vor mir haben es schon angemerkt: Die vielen roten Links sind dem Lesefluss nicht zuträglich, zumal ich glaube, dass davon viele kaum eine Chance haben, jemals gebläut zu werden. Ich würde sie deshalb entfernen.
  • Weblinks: Der zweite Weblink gehört gemäß WP:WEB (Abschnitt Allgemeines) nicht in den Artikel, denn er befasst sich nicht mit dem Schloss.

Qualität
Die Beleglage ist imho sehr dürftig.

  • Unter "Literatur" sind zwei Werke aufgeführt, von denen das zweite gemäß unseren Regeln WP:LIT (Abschnitt Auswahl, Unterabschnitt Allgemeines) nicht dorthin gehört. Da es nach meiner Einschätzung aber zur Texterstellung genutzt wurde, sollte es als Einzelnachweis auftauchen (was es bisher komischerweise nicht tut). Auch die erste Publikation taucht nicht ein einziges Mal in den Einzelnachweise auf. Warum nicht?
  • Auffällig ist, dass der gesamte Geschichtsabschnitt mit nur vier Einzelnachweisen auskommen muss, von denen sich gleich drei im Unterabschnitt "20. Jahrhundert" knubbeln, einer davon eine Trivialität (Lift und Liftturm) belegt und der letzte eigentlich gar nicht benötigt wird, weil der Satz, den er belegt, nichts mit dem Schloss oder seiner Geschichte zu tun und deshalb imho gelöscht gehört.
  • Ebenfalls auffällig ist, dass die große Mehrheit der Einzelnachweise Weblinks sind (10 von 13), von denen einige von sehr zweifelhafter Qualität sind (z. B. das von einer Privatperson hochgeladene und mit einem Kommentar versehene Foto [EN Nr. 4] oder EN Nr. 3, der mE nicht dazu geeignet ist, den Satz zu belegen, den er belegen soll [Und warum wird überhaupt auf eine externe Webseite verwiesen, wenn das gleiche Bild doch im Artikel selbst zu sehen ist?]) Hinzu kommt, dass gleich drei(!) Einzelnachweise dafür genutzt werden, den "Auftritt" des Schlosses in einem Fernsehbeitrag zu belegen. Einer wäre da meines Erachtens mehr als ausreichend.
  • Da auch die drei Einzelnachweise, die keine Links auf Webseiten sind, online erreichbar sind, drängt sich mir der Verdacht auf, dass hier bisher keine Fachliteratur in Buchform eingesehen wurde.

Literatur
Hier eine Liste von Literatur, die sich (neben dem oben schon erwähnten Dehio Steiermark) mit Schloss Weyer befasst und die wahrscheinlich zum Ausbau des bisherigen Artikels herangezogen werden könnte:

  • Robert Baravalle: Burgen und Schlösser der Steiermark. Leykam Buchverlagsgesellschaft, Graz 1961, ISBN 3-7011-7323-0, S. 284-285 (online).
  • Georg Clam Martinic: Österreichisches Burgenlexikon. Schlösser, Burgen und Ruinen. A & M, Salzburg 2007, ISBN 3-902397-50-0, S. 380 (Digitalisat).
  • Wilhelm Deuer: Schloß Weyer. Vom Edelsitz zum sozialen Wohnbau. In: Judenburger Stadtnachrichten. Nr. 10, Oktober 1977, S. 21–23.
  • Reinhold Jagersberger: Herrenhäuser der Hammerherren, Radmeister und Eisenverleger in der Steiermark. V. F. Sammler, Graz 2015, ISBN 978-3-85365-275-6, S. 397-399.
  • Barbara Kramer-Drauberg, Heribert Szakmáry: Schlösser, Burgen und Ruinen der Steiermark. Band 2, Gnas 2011, ISBN 978-3-7059-0264-0.
  • Laurin Luchner: Schlösser in Österreich. Zweiter Band. Oberösterreich, Steiermark, Kärnten, Salzburg, Tirol und Vorarlberg. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-04508-1, S. 94.
  • Elfi Lukas: Von Schloss zu Schloss. Kultur und Natur in den Bezirken Judenburg, Knittelfeld, Murau. Selbstverlag, Apfelberg 2010. (unter Vorbehalt)
  • Gerhard Stenzel: Von Schloß zu Schloß in Österreich. Kremayr & Scheriau, Wien 1976, ISBN 3-218-00288-5, S. 187. (unter Vorbehalt)

-- Gruß Icone chateau renaissance 02.svg Sir Gawain Disk. 00:10, 11. Jan. 2020 (CET)

Slowakischer Nationalaufstand

Slowakischer Nationalaufstand (slowakisch: Slovenské národné povstanie, kurz SNP) ist die Bezeichnung für eine im Zweiten Weltkrieg vom slowakischen Widerstand organisierte militärische Erhebung gegen die ab dem 29. August 1944 beginnende Okkupation der Slowakei durch die deutsche Wehrmacht sowie gegen das slowakische Kollaborationsregime der Ludaken unter Jozef Tiso. Er war neben dem Warschauer Aufstand die größte Erhebung gegen das nationalsozialistische Herrschaftssystem und seine Verbündeten in Ostmitteleuropa.

Nach etwas mehr als fünf Jahren Arbeit möchte ich die komplett überarbeitete und massiv erweiterte Version dieses Artikels auf die Exzellent-Kandidatur vorbereiten. Der Artikel wurde auf Grundlage sämtlicher nennenswerter deutscher und englischer Literatur erstellt und an einigen Stellen auch durch maßgebliche slowakische Literatur und vereinzelt tschechische Literatur ergänzt. Da es bis heute leider keine aktuelle deutsch- oder englischsprachige Monographie zum Thema gibt (Venohrs Arbeit ist eher als veraltetes journalistisches Werk zu verstehen und Šindelářovás Arbeit hat den Aufstand nicht zum Hauptthema), habe ich einen beträchtlichen Teil der Informationen aus einzelnen Studien von diversen Sammelbändern zusammengekratzt. Auch themenbezogens Bild- und Kartenmaterial wurde extra neu auf Wiki Commons upgeloaded bzw. selbst neu erstellt (hier großer Dank @NordNordWest: ). Mit dem Artikel hoffe ich diesem „weitgehend vergessenen Aufstand“ (Stanislav Mičev) wieder etwas mehr Leben und Bekanntheit einzuhauchen und bin für jegliche (auch harte) sachliche Kritik und Verbesserungsvorschläge sehr dankbar. @-jkb-:, @MAGISTER:, @MarkBA:, @Otberg:, @Armin P.:, @Phi: Würde mich sehr freuen wenn ihr hier ein bisschen drüberschaut. Frohe Weihnachten, schöne Feiertage und beste Grüße, --Trimna (Diskussion) 16:25, 19. Dez. 2019 (CET)

Wollte gerade stilistisch durchgehen, wäre schon auch nötig, weil man an Wortwahl und Satzbau doch manches Mal merkt, dass Deutsch nicht deine Muttersprache ist, und weil du zu Wiederholungen und Redundanzen neigst. Gebe das jetzt aber auf, weil: die Feder ist vielleicht mächtiger als das Schwert, aber gegen den Rollbackbutton ist hier noch kein Kraut gewachsen. Aber gut, zur Frage: „wo war die Dopplung“? Wir besehen uns meinen Vorschlag:
Im am 23. März 1939 geschlossenen „Schutzvertrag“ verpflichtete sich die Slowakei, ihre Außenpolitik und den Aufbau ihrer Armee „im engen Einvernehmen“ mit dem Deutschen Reich zu betreiben und der Wehrmacht eine „Schutzzone“ im Westteil des Landes zur Errichtung militärischer Anlagen und Garnisonen zur Verfügung zu stellen.
Wer mögen bloß die beiden Vertragspartner in diesem „Schutzvertrag“ gewesen sein, in dem sich die Slowakei gegenüber dem Deutschen Reich zu allerhand verpflichtet? Nicaragua und Panathinaikos Athen?
Also zumal der vorangehende Satz lautet: Die politische Entwicklung der Slowakei wurde in den folgenden sechs Jahren von ihrem Status als „Schutzstaat“ des Deutschen Reiches bestimmt - die Sache wird immer mysteriöser!
Die Slowakei und das Deutsche Reich waren das, sagt ihr? Potzblitz! Bzw: weia. --2A01:C23:605D:1000:D43A:10EE:9D9E:A460 19:46, 21. Dez. 2019 (CET)
ok, aus der Zusammenfassung "2 x doppelmoppel" war mir nicht klar, was genau gemeint ist. Jetzt ist es wider zurück. -jkb- 20:01, 21. Dez. 2019 (CET)
Liebe IP, zunächst einmal herzlichen Dank für deine Beteiligung und deine Korrekturen! Die Änderung im Satz zum Schutzvertrag kann ich nachvollziehen und habe sie daher auch wieder auf deine Version zurückgestellt. Ich habe zuvor alle Veränderungen (auch die Zurücksetzung deines Satzes) auf einmal gesichtet. Grüße, --Trimna (Diskussion) 20:05, 21. Dez. 2019 (CET)

Teilung des Königreiches Sachsen

Die Teilung des Königreiches Sachsen war der Gegenvorschlag Österreichs zu der vom Königreich Preußen mit Unterstützung des Russischen Kaiserreiches forcierten vollständigen preußischen Annexion des Königreichs Sachsen im Rahmen des Wiener Kongresses 1814/1815. Sie wurde schließlich von Österreich und dem Vereinigten Königreich, letztlich verbündet mit dem restaurierten Königreich Frankreich, gegen Preußens langen und energischen Widerstand, das auf der vollständigen Annexion Sachsens beharrte, und dessen Beharren den Wiener Kongress in eine seiner tiefsten diplomatischen Krisen sürzte, schließlich durchgesetzt. Nach zwei Teilungsvorschlägen einigte man sich am 8. Februar 1815 in einem dritten endgültig auf die Grenze „Kernsachsens“ – der einerseits die militärischen Interessen Österreichs, keine weitere gemeinsame Grenze mit Preußen zu erhalten, und andererseits das fiskalische Interesse Preußens, sich möglichst viele neue steuerpflichtige Untertanen zu sichern, berücksichtigte.

Dieses Ergebnis hatte der sächsische König Friedrich August I., der auf Betreiben Preußens an den Verhandlungen nicht beteiligt und im Schloss Friedrichsfelde gefangen gehalten wurde, zu akzeptieren: Trotz seines Widerstandes blieb ihm keine Wahl, diese Abtretung im „Friedens- und Freundschaftsvertrag“ zwischen Preußen und Sachsen am 18. Mai 1815 in Preßburg als Diktatfrieden zu unterzeichnen. Nachdem der Vertrag am 21. Mai 1815 in Kraft getreten war, nahm Preußen bereits am 22. Mai 1815 die abgetretenen Landesteile mit über 850.000 Einwohnern in Besitz.

Die abgetretenen Gebiete erhielten von Preußen den Namen „Herzogthum Sachsen“. Verwaltungsseitig bildete Preußen aus den Gebieten im Westen von „Kernsachsen“ (unter Einbeziehung weiterer Gebiete Preußens) die „Provinz Sachsen“. Die von dem verbliebenen Sachsen nördlich gelegenen Gebiete kamen zur Provinz Brandenburg und die östlich gelegenen zur Provinz Schlesien, wodurch die gemeinsame sächsische Identität im Laufe der Zeit verlorenging. Einen Teil des abgetretenen kursächsischen Gebietes mit ca. 50.000 Einwohnern wurde von Preußen an das Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach weitergereicht. Die Durchführung der Grenzziehung nahm mehrere Jahre in Anspruch: Noch 1818 wurden Gebietsaustausche vollzogen, da der eigentliche Vertrag mehrere Ungenauigkeiten enthielt.

Anlasslose Prüfung durch dieses Review: Es geht ausschließlich um eine Prüfung der Korrektheit des Artikels an Hand ggf. weiterer Belege, die ich bisher nicht einbezogen habe oder nicht einbeziehen konnte (Belege vor 2015 sind von der Quelle Hauptstaatsarchiv - Donath (siehe Einzelnachweise) ausgewertet und in vielerlei Hinsicht widerlegt worden, darum geht es also nicht). Z.B. sind aber die Quellen hinsichtlich der Fläche und der Anzahl der abgetretenen Einwohner widersprüchlich, die Entwicklung nach 1990 großenteils noch belegbedürftig. Auch lokale Belege sind hilfreich: So ist in der Akte, wie im Vertrag, Liska benannt, gemeint war aber auf Grund der Ungenauigkeiten des Vertrages Lieske (Neu-Seeland), was wiederum folgte, dass Lieske (Oßling), Ortsteil von Oßling 1815 an Preußen kam und 1818 rückgegliedert wurde an Sachsen. Auch Bildung und Auflösung der Provinz Henneberg, also die ehemals sächsischen Gebiete um Suhl und Ilmenau fehlen. Nähere Infos zu diesen und weiteren Details sind sehr erwünscht! Beste Grüße,--Rote4132 (Diskussion) 01:05, 4. Jan. 2020 (CET)

Ich hab dein Statement gelesen. Zum Thema selbst kommst du nicht an das Buch: Preußen und Sachsen: Szenen einer Nachbarschaft Seiten 392-403, Leseprobe vorbei. Einiges findet sich im Artikel Brandenburgisch-sächsische Beziehungen, der hier nicht verlinkt wurde. Es fehlen: soziale Folgen, wirtschaftliche Folgen, die Arbeiten der Grenzkommission. Um welche Gebiete handelt es sich usw. Das meiste findet sich eben in diesem Buch wieder. 2A01:C22:A410:B000:C938:EDC1:514C:E209 07:59, 5. Jan. 2020 (CET)
Buch habe ich bestellt, danke für den Hinweis bzw. die Hinweise. Die Arbeit der Grenzkommission ist schon mit Bausteinen im Quelltext vorhanden, nur (vorerst) auskommentiert: Ich wollte dort nicht weiter Arbeit hineinstecken, wenn es nicht erforderlich ist - kann also weitergeführt werden. Folgen der Teilung ist zu großen Teilen noch aktuelle Forschungsarbeit, da gibt es nicht viel (fast alles nur lokal bezogen, eine Gesamtdarstellung gibt es nicht - meine ich). Den WP-Artikel verlinken ist nicht das Problem (und den auch noch mal zu prüfen), wusste bisher nicht, dass es den gibt. Ich wusste nur, dass es zu viele Literatur und auch in der WP unrichtige Darstellungen zum Wiener Kongress und zur Teilung selbst gibt, deshalb habe ich mich ja überhaupt damit befasst.--Rote4132 (Diskussion) 13:00, 5. Jan. 2020 (CET)
Hallo, sehr kenntnisreich und detailliert, man hat aber Mühe, den Überblick über die Territorien zu behalten. Zu erklären wäre, wieso ein "unüberschaubares Geflecht von Rechten und Dienstbarkeiten [...] den wirtschaftlichen Aufschwung nach 1756 ermöglichte". --Hnsjrgnweis (Diskussion) 10:32, 5. Jan. 2020 (CET)
Danke für den Hinweis, hier und auch an einer anderen Stelle muss ich an Hand der Belege noch einmal sprachlich drüber gehen. Gemeint ist, nur als Hinweis für Mitlesende, dass nach dem Siebenjährigen Krieg das bestehende Beziehungsgeflecht der Landstände und des niederen und höheren Adels praktisch nicht angetastet wurde, um den wirtschaftlichen Wiederaufbau Sachsens nicht zu gefährden (und dann blieb es aber dabei). Anders als in Preußen mit den Stein-Hardenbergschen Reformen ab 1806 wurde ähnliches in Sachsen erst ab 1830 angefasst. Daraus - Folgen der Teilung, wie ja schon angesprochen - ist, dass in einzelnen Fällen sich Preußen dieser Probleme entledigte, in dem es ganze Dörfer zu Hofstätten zusammenlegte, ohne Rücksicht auf ältere Rechte, die Hofstätten auch heute noch existieren, deren Rechte zwar teilweise durch den Einigungsvertrag 1990 mit Übergangsvorschriften verlängert wurden, die aber rein rechtlich heute in der Luft hängen. Dazu habe ich aber gar nichts vorzeigbares gefunden, es gibt zwar vom MDR eine Doku dazu, die ist aber auch nicht mehr greifbar. Oder doch? Oder gibt es anderes dazu? Grüße,--Rote4132 (Diskussion) 13:00, 5. Jan. 2020 (CET)
Dazu weiß ich leider nichts. Allgemein gelten ja territoriale Zersplitterung und fortbestehende Altrechte als Hemmnis fast jeder wirtschaftlichen Entwicklung. Auch kam die Gewerbefreiheit endgültig erst mit großer Verspätung 1861 nach Sachsen. Es gibt aber offenbar interessante Parallelen zum dem noch rohstoffärmeren und territorial noch stärker zersplitterten Württemberg, das wie Sachsen weder Steinkohle- noch Eisenerzvorkommen besaß (abgesehen von dem erst seit ca. 1850 ausgebauten sächsischen Lugau-Oelsnitzer Revier). In Württ. arbeiteten 1895 bereits über 315 000 Personen im Bereich der Industrie, v.a. in der Textilindustrie, Bekleidungsgewerbe, Metallverarbeitung und Maschinenbau. Ähnliches gilt wohl für die Chemnitzer Region: Rohstoffarmut zwingt zur Innovation im Kleinen, das lange vorhandene technische Know-how aus dem Erzgebirgsbergbau (Holz, Buntmetall, Wasserkraft, Mühlen) und der Heimindustrie sowie kleinen Textilmanufakturen (Webstuhlbau), schließlich das dort und von den Leipziger Handelsfirmen gesammelte Kapital ermöglichen Innovation in größerem Maßstab (Maschinen, Eisenbahn), und aus dem Export innovativer Produkte wurden dann wiederum die notwendigen Baumwoll-, Kohle-, Eisen- usw. Importe gezahlt. Nach diesem Modell wäre die Territorialstruktur gar nicht so relevant. Das geht natürlich über das Thema hinaus. Grüße, --Hnsjrgnweis (Diskussion) 13:25, 6. Jan. 2020 (CET)
Jein. Das ist in volkswirtschaftlicher Betrachtung wohl so richtig, für Sachsen im Konkreten aber unzutreffend: Trotz der Teilung 1815 wurde Sachsen zum - nach Preußen - wirtschaftlich stärksten deutschen Teilstaat. Da gibt es die Zeit um 1830 - der König beräumte das Silberzimmer im Grünen Gewölbe und ließ die Schmuckstücke ausmünzen, um die Wirtschaft "anzukurbeln", was auch gelang (man kann es derzeit aus bekannten Vorfällen leider nicht vor Ort anschauen). Da gab es den von Preußen initiierten "Zollverein" um 1830, der Sachsen viele Vorteile brachte (und Preußen jede Menge Ärger). Und da gab es die erste deutsche Fernbahn von Leipzig nach Dresden: Da man von Leipzig aus unbedingt eine Elbeverbindung nach Hamburg wollte und Preußen sperrig war - das preußische Magdeburg wäre einfacher zu erreichen gewesen - nun ja, war es eben Riesa als Elbhafen.
Und immer wieder: Das Erzgebirge. Steinkohlen und Eisenerz, ja, war Problem in Sachsen (drei Eisenbahnlinien wurden über den Kamm gebaut, weil die böhmische Braunkohle ("Osseger Kohle") besser und billiger war, als die aus den (verlorenen sächsischen) Territorien in der Niederlausitz und um Merseburg.
Und knapp 800 Jahre Silberförderung nebst dessen Ausmünzung (bis 1912, die letzte Silbergrube schloss 1927): Das waren die eigentlich sprudelnden Geldquellen. Die blieben bei Sachsen.
Ich gebe dir gern zu, dass das weit über den Artikel selbst hinausweist. Aber der eigentliche Reichtum Sachsens - 1815 - nämlich die "Bergrechte" -, an die hat zum Hubertusburger Frieden 1756 Preußen ebenso wenig gedacht, wie 1814/15, wo es auf dem Wiener Kongress nachweisbar nur um möglichst viele "Steuerbürger" ging.
Aber es gab eine Basis, auf der Sachsen bestehen blieb: Bergbau. Die Sowjetunion hat große Teile ihres Atomwaffenprogramms mit Uran aus dem Erzgebirge (Aue, Schlema, Brambach, Königstein, Dresden) bestückt (was ja erst 1942/43 durch eine Diss. in der SU überhaupt bekannt wurde), und jetzt buddeln die alle nach Lithium? Reichtum - das ist mehr als das: Seit Jahrhunderten! Wollte ich nur entgegnen, weil dieser Hintergrund nicht so bekannt ist - und die Schätze im Dresdner Schloss stammen ja schließlich nicht aus Raub und Nötigung, sondern aus Auftrag und Bezahlung. Während die Diebe..., lassen wir das: Kein einziger von denen hat je in den Kauen und Gängen als Bergwerksjunge gedient.
Und Preußen? Wer im Schloss Sanssouci die Fremdenführer/-innen über den Friedenswillen von FriedrichII und dessen ausschließlich musisches Interesse erlebt hat (die bringen das wirklich mit Überzeugung rüber), fragt sich einerseits, warum es den Siebenjährigen Krieg überhaupt gab? Und andererseits: Ob die brandenburgische Schlösserverwaltung auf diese Weise nicht ein gerüttelt Maß an Geschichtsklitterung (und damit zur desolaten Politiksituation) beiträgt? Ist jetzt abwegig, aber einem aufgeschlossenen Führer (ich war mehrfach dabei, es war ein Student, der wenigstens zu hörte, die anderen palaverten ihr "Friedensprogramm von F II" herunter): Er wusste nichts, aber auch gar nichts, nicht einmal den Begriff "Politisches Testament Friedrich II" (heißt, die Totalannexion Sachsens, gebe ich zu, weiß die de:WP auch heute nichts). Und erst recht nicht, dass rein militärstrategisch und in Auswertung der objektiven Erfahrungen, Preußen niemals in der Lage war, einen europäischen Konflikt für sich zu entscheiden: Das ist auch seit 1815 bekannt, 1870/71 war ein "Zufall der deutschen Geschichte": Aber das ist noch einmal eine Ebene oben drauf. 1914/18 und 1939/45 lesen sich dann wie eine "selbsterfüllende Prophezeiung". Recte: "Sachsen" existiert (und mit seinem wichtigstem Bestandteil - Erzgebirge - "Weltkulturerbe") - und wo dürfen wir heute "Preußen" suchen? Borussia Dortmund - weil es gemäß Kontrollratsverbot nicht "Preußen Dortmund" heißen durfte/darf? Was und wo auch immer?
Sry., zur Klarstellung allemal nötig. Und in jeder Hinsicht mit besten Grüßen von Dresden hinaus ins Erzgebirge, Glück auf, und jede Unterstützung (wie kann sich ein Ruhrgebiet anmaßen, das Steiger-Lied für sich zu reklamieren, wieder so 'ne Geschichtsklitterung, in Bochum krähten noch die Hähne, als im Erzgebirge der Enkel dem Opa seinen Gruß entbat: "Der Steiger kommt..."). Viele Grüße,--Rote4132 (Diskussion) 00:40, 7. Jan. 2020 (CET)

Danke für den sehr interessanten Exkurs. --Hnsjrgnweis (Diskussion) 15:15, 7. Jan. 2020 (CET)

Zur Bebilderung: Fotos der originalen Grenzsteine und Kartenwerke der Kommission wären wünschenswert. Numerische Daten (Bevölkerung und Fläche) zu den rübergegangenen Entitäten wären auch nett. Letztlich handelte es sich ja um die peripheren Gebiete Sachsens, der Kern mit dem Sachsendreieck blieb intakt. Fotos von baulichen Zeugen der sächsischen Vergangenheit (Wappen an Gebäuden) in Brandenburg sind auch eine nette Zusatzinfo. 77.11.90.145 14:39, 5. Jan. 2020 (CET)
Fotos müsste man auf Commons suchen (habe ich noch nicht gemacht). Kartenwerke der Grenzteilungen kenne ich nur aus neueren Veröffentlichungen, die sind aber urheberrechtlich problematisch, leider.--Rote4132 (Diskussion) 15:47, 5. Jan. 2020 (CET)
Sonst: wie bei Burg Eisenhardt, der Schlussstein, hat es viele sichtbare bauliche Hinterlassenschaften, auch die Postmeilensäulen eingeschlossen. Oder auch ein altes Portal, Der Abschnitt hieße dann Hinterlassenschaften und kulturelles Erbe. ... Was eben auf die Teilung zurückgeht aber nicht „den“ Verwaltungsakt an sich mehr umfasst. Hängt von deinem weitergehenden oder nicht weitergehenden Erkenntnisinteresse ab. 77.11.90.145 16:48, 5. Jan. 2020 (CET)

Clara Immerwahr

Clara Immerwahr, verh. Haber (* 21. Juni 1870 in Polkendorf bei Breslau; † 2. Mai 1915 in Dahlem bei Berlin) war eine deutsche Chemikerin. Als sie 1900 an der Universität Breslau promovierte, war sie erst die zweite Frau, die in Deutschland einen Doktorgrad in Chemie erwarb. Wissenschaftlich arbeitete sie im damals neuen Feld der physikalischen Chemie. Nach einem Jahr Berufstätigkeit am chemischen Instituts ihres Doktorvaters Richard Abegg in Breslau heiratete sie 1901 den späteren Nobelpreisträger Fritz Haber und musste ihren Beruf aufgeben. Die Ehe verlief unglücklich, insbesondere nach der Geburt ihres Sohnes 1902. 1915 nahm sich Clara Haber das Leben.

Dieses Jahr ist der 150. Geburtstag von Clara Immerwahr. Das habe ich zum Anlass genommen, ihren bereits bestehenden Artikel zu überarbeiten und auszubauen. Zum Artikel hatten bis dahin viele Autoren beigetragen, einen eindeutigen Hauptautor gab es nicht, der Autor mit dem größten Textanteil vor der Überarbeitung ist seit Jahren inaktiv. Ziel ist eine Auszeichnungskandidatur, so dass der Artikel am 21. Juni auf die Hauptseite kann.
In der Öffentlichkeit ist das Bild von Clara Immerwahr durch die Biographie von Gerit von Leitner geprägt, deren Thesen durch die verfügbaren Quellen wenig gestützt werden. Wie damit umgehen? Für einen Lexikoneintrag eher ungewöhnlich habe ich deswegen im Artikel die verfügbaren Quellen für eine Lebensbeschreibung relativ ausführlich dargestellt, auch bei der Diskussion der möglichen Motive für ihren Freitod. Die Rückmeldung dazu interessiert mich besonders. Allgemein freue ich mich auf Anregungen und Rückmeldungen zu diesem Artikel. BG, -- Leserättin Android Emoji 1f4d6.svgOpenMoji-color 1F400.svg (Diskussion) 20:26, 14. Jan. 2020 (CET)

Zuerst eine kleine Anmerkung. Da Gerrit von Leitner nach ihrem Archäologie- und Pädagogikstudium nie wissenschaftlich tätig war (siehe hier würde ich diese Zuordnung entfernen.
Zum Gesamttext: Besten Dank für den Versuch die sehr unterschiedlichen Biografien neutral zusammen zu fassen. Scheint mir weitestgehend gelungen. Allerdings bin ich insbesondere in den Absätzen zum Gaskrieg und zum Freitod öfter zu den EN gesprungen um zu schauen, vom wem eine Aussage übernommen wurde. Vielleicht wäre es besser, diese Absätze auf unbestreitbare Fakten zu kürzen und sämtliche Wertungen und Interpretationen in den Absatz Biographische Darstellungen jeweils mit Zuschreibung zu übertragen.
--2003:E1:9BD1:B9BC:EDA0:89D1:1F46:6ACD 20:10, 16. Jan. 2020 (CET)

Ahoi.

Folgende Dinge sind mir bei Durchsicht des Artikels aufgefallen:

  • Obwohl wohlhabend war die Lebensführung der Familie preußisch einfach. Clara Immerwahr und ihre Geschwister (zwei ältere Schwestern und ein Bruder) wurden sparsam und bescheiden erzogen Ja, die lebten preußisch einfach auf ihrem Landgut mit wahrscheinlich nur drei Dienstboten die 24/h vor Ort verfügbar waren. Dass die Erziehungsziele von preußischen Ideal geprägt waren glaube ich aber beim ersten Satz sollte man IMHO hinterfragen ob man hier nicht eine damals sozial erwünschte Selbstaussage mit wertendem Charakter übernimmt.
  • Einjährig Freiwilliger : Meines Wissens nach hieß die Mittlere Reife damals offiziell Sekundarreife. Der Einjährig Freiwillige war ein wohlhabender Absolvent mit mittlerer Reife der mittels des Einjährig-Freiwilligen-Dienstes einen selbstfinanzierten, aber dafür kürzeren und angenehmeren Wehrdienst leisten konnte als der gemeine Pöbel. Kann sein dass der Abschluss deshalb slangmäßig so bezeichnet wurde, ich würde mich hier jedoch an die offiziellen Begriffe halten. Der Wikilink geht auch auf diese Form des Wehrdienstes und nicht auf den Bildungsabschluss.
  • Für die Dynamik der Beziehung wäre es interessant zu wissen was C. Immerwahr und F. Haber während seiner USA-Reise 1902 so auseinander gebracht hat. Gibts da irgendwas drüber?
  • Setsuro Tamaru : Man könnte hier zum besseren Verständnis erwähnen dass der werte Herr Dtl. verlassen musste weil sich Dtl. und Jap. im Krieg befanden.
  • Die Rezensionen stellten dabei immer wieder die Verbindung zu den damals aktuellen Ereignissen her (Missbrauch wissenschaftlicher Forschung durch das Militär sowie Golfkrieg 1990–1991). Der Klammerzusatz wirkt unbeholfen. Ich werde aus dem Satz nicht ganz schlau.
  • Zu den Opferzahlen des Chlorgasangriffs bei Ypern am 22. April 1915 finde ich bei Rolf-Dieter Müller : Gaskrieg in Gerhard Hirschfeld/Gerd Krumeich/Irina Renz : Enzyklopädie Erster Weltkrieg. 2. Auflage, Paderborn, 2014 S. 520 die Angabe von rund 1.200 Toten und rund 5.000 Verwundeten. Falls du einen Mehrwert darin siehst kannst du diese Zahlen gerne mit der Belegangabe übernehmen. Was mich bei der Schilderung des Gasangriffes stört ist dass da alles im Passiv geschildert wird. Da kam es nicht einfach zum Gasangriff, dieser wurde von der OHL geplant und befohlen. Ebenso entwich das Gas nicht einfach so aus den Flaschen, es wurde von speziell dafür geschulten Pioniereinheiten freigesetzt. Hier könnte man evtl. sprachlich die Formulierung überdenken.

Insgesamt macht der Artikel einen sehr fundierten Eindruck. Der Rezeptionsteil und der Abschnitt Quellenlage bestechen durch ihre Neutralität und sind IMHO vorbildlich. Die Gewichtung der unterschiedlichen Biographien mit ihren verschiedenen Limitationen gelingt nach meiner laienhaften Beurteilung sehr gut. Gruß -- Nasir Wos? 12:09, 19. Jan. 2020 (CET)

Original: Original:

https://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:RVG