Vittus Qujaukitsoq

Vittus Qujaukitsoq (links) zusammen mit Lassina Zerbo (2016)

Vittus Qujaukitsoq [ˈvid̪us quˈjaːˌkit͡sːɔq] (* 5. Oktober 1971 in Qaanaaq) ist ein grönländischer Politiker (Nunatta Qitornai).

Leben

Vittus ist der Sohn des Politikers Ûssarĸak K'ujaukitsoĸ (1948–2018) und der Küchenhelferin Inger Kristiansen (* 1946).[1] Er ist mütterlicherseits der Neffe von Benedikte Thorsteinsson (* 1950) und der Großneffe von Nikolaj Rosing (1912–1976). Er ist verheiratet mit Naja Kreutzmann Qujaukitsoq und hat eine erwachsene Tochter. An der Handelsschule Niuernermik Ilinniarfik in Nuuk wurde er 1993 zum Übersetzer und Dolmetscher ausgebildet. Er übte diesen Beruf allerdings nur ein Jahr aus, bevor er Sekretär in Politik und Wirtschaft wurde, wie z. B. bei den Unternehmen KNI, Royal Greenland und Nukissiorfiit, und bei der Siumut und in verschiedenen Ministerien im Naalakkersuisut.[2]

2011 wurde er zum Zweiten Vizevorsitzenden der Siumut gewählt.[3] 2013 kandidierte er bei der Parlamentswahl und konnte mit 205 Stimmen einen Sitz im Inatsisartut erlangen. Nach der Wahl wurde er von Aleqa Hammond zum Finanz- und Innenminister ernannt[4] und trat somit gemäß neuentstandener Tradition wieder von seinem Parlamentssitz zurück.[5] Nach einem Jahr scheiterte die Regierung und Vittus Qujaukitsoq konnte bei der Wahl nur noch 87 Stimmen erreichen, womit er einen Sitz im Inatsisartut deutlich verfehlte.[6] Allerdings wurde er vom neuen Premierminister Kim Kielsen zum Minister für Äußeres, Arbeit, Arbeitsmarkt und Handel ernannt.[7]

Vertretungsweise war er von November 2015 bis Februar 2016 Minister für Äußeres, Finanzen und Rohstoffe.[8] Nach einem erneuten Koalitionszusammenbruch wurde im Oktober 2016 ein neues Kabinett unter Kielsen gebildet, in dem Vittus Qujaukitsoq Minister für Arbeit, Arbeitsmarkt, Handel, Energie und Äußeres wurde.[9]

Im April 2017 trat er als Minister zurück. Ende 2016 hatte er viel Kritik einstecken müssen, weil er Dänemark als „arrogant“ bezeichnet hatte.[10] Wenig später begründete Qujaukitsoq seine Entscheidung damit, dass Kielsen ihm das Außenministerium entziehen wollte.[11] Im Mai 2017 wurde er zum Vorsitzenden der Siumut in Nuuk ernannt.[12] Im Juli 2017 kandidierte er auch für den nationalen Parteivorsitz, verlor aber mit 19 zu 48 Stimmen gegen Premierminister Kielsen.[13]

Im September verließ er die Siumut aus Unzufriedenheit mit dem fehlenden Fortschritt in Richtung Unabhängigkeit.[14] Für seine neue Partei Nunatta Qitornai konnte er die für die Aufstellung zur Inatsisartut-Wahl 2018 benötigten 942 Stimmen Anfang Februar 2018 abliefern,[15] jedoch wurde im März bekanntgegeben, dass einige Stimmen annulliert wurden.[16] Wenig später konnte er doch noch genügend Unterschriften einreichen.[17] Bei der Wahl erreichte die Nunatta Qitornai 3,4 % der Stimmen, was für einen Sitz im Inatsisartut reichte. Diesen erhielt Vittus Qujaukitsoq mit 634 Stimmen.[18] Nach den anschließenden Koalitionsverhandlungen wurde er zum Minister für Rohstoffe, Arbeitsmarkt, Inneres, Verfassung und Unabhängigkeit im Kabinett Kielsen III ernannt.[19] Als die Partii Naleraq die Regierung im September verließ, übernahm Vittus Qujaukitsoq zusätzlich interim das Finanzministerium von Pele Broberg.[20] Anfang Oktober wurde er zum Minister für Finanzen und Nordische Zusammenarbeit im Kabinett Kielsen IV ernannt.[21] Als Finanzminister setzte er die Finanzierung der neuen grönländischen Flughäfen durch.[22] Auch im Kabinett Kielsen V behielt er seine bisherigen Ressorts. Am 22. November 2019 erhielt er das Rohstoffdepartement von Erik Jensen, der zurückgetreten war. Im Zuge dessen gab er den Bereich Nordische Zusammenarbeit an Ane Lone Bagger ab.[23] Im Kabinett Kielsen VI wurde er erneut zum Finanzminister ernannt.[24]

Einzelnachweise

  1. Slagsmålet om at vedligeholde verdens ende in der Politiken
  2. CV auf der Seite des Naalakkersuisut
  3. Her er Siumuts nye bestyrelse bei knr.gl
  4. Ny regering offentliggjort bei knr.gl
  5. Medlemmerne af Naalakkersuisut tager orlov bei knr.gl
  6. Ny regering med comeback til Qujaukitsoq og Lund Olsen bei knr.gl
  7. Her er navnene på det nye Naalakkersuisut bei knr.gl
  8. Vittus tilbage i Finansdepartementet bei knr.gl
  9. Siumut, Inuit Ataqatigiit og Partii Naleraq i ny koalition bei knr.gl
  10. Qujaukitsoq trækker sig bei knr.gl
  11. Vittus går i protest og udfordrer Kielsen bei knr.gl
  12. Vittus Qujaukitsoq er ny formand for Siumut Nuuk bei knr.gl
  13. Overbevisende sejr til Kielsen bei knr.gl
  14. Qujaukitsoq melder sig ud af Siumut bei knr.gl
  15. Nyt parti tættere på opstilling beu knr.gl
  16. Underskrifter til opstilling annulleret bei knr.gl
  17. Vittus klar med nye underskrifter bei knr.gl
  18. Små partier får alle plads i Inatsisartut bei knr.gl
  19. Her er de nye medlemmer af Naalakkersuisut ind er Sermitsiaq
  20. Qujaukitsoq tilbage i finansdepartementet bei knr.gl
  21. Her er det nye Naalakkersuisut bei knr.gl
  22. Lufthavnspakke: Qujaukitsoq er glad og lettet bei knr.gl
  23. Vittus får udvidet sin magtposition in der Sermitsiaq
  24. Ny koalition i Naalakkersuisut auf der Seite des Naalakkersuisut
Original: Original:

https://de.wikipedia.org/wiki/Vittus_Qujaukitsoq