Monika Henking

Leben

Die 1944 in Winterthur geborene Monika Henking wuchs in einer musikalischen Familie auf. Sie ist die Tochter des Kirchenmusikers und Komponisten Bernhard Henking, bei dem sie früh ersten Musikunterricht erhielt.[1] Ihr älterer Bruder Arwed Henking (* 1936) wurde ebenfalls Kirchenmusiker. Nach dem Abitur studierte sie Klavier, Orgel, Oboe und Chorleitung am Konservatorium Winterthur. Ihr Studium schloss sie mit Diplomen in den Fächern Klavier und Orgel ab. An der Musikhochschule Wien erlangte sie anschliessend bei Anton Heiller ein Konzertdiplom für Orgel mit Auszeichnung und staatlichem Abgangspreis.[2] Zu ihren Studienkollegen zählen Eduard Claucig, Hermann Kronsteiner, Alfred Mitterhofer und Peter Planyavsky.[3]

Die Reformierte Kirche Thalwil war 40 Jahre Wirkungsort Monika Henkings

Als Nachfolgerin von Hans Vollenweider trat sie am 1. Januar 1970 ihre erste Stelle als Organistin an der Kuhn-Orgel in der Reformierten Kirche in Thalwil an, wo sie 40 Jahre lang wirkte.[4] Im April 2010 übergab sie diese Aufgabe an Gerda Dillmann. Ihre Tätigkeit als Dozentin für Orgelspiel an der Akademie für Schul- und Kirchenmusik Luzern übte sie 33 Jahre lang aus.[4]

In der Jesuitenkirche Luzern war sie am 26. September 1982 als Organistin an der neu erbauten Metzler-Orgel an der Uraufführung von Albert Jennys Werk Drei lateinische Gesänge zur heiligen Messe beteiligt. Im Bach-Jahr 1985 wurde unter ihrer künstlerischen Leitung das gesamte Orgelwerk Bachs in dieser Kirche wiedergegeben.[5] Ihre in den Jahren 1988 bis 1990 entstandene Transkription von Anton Heillers Improvisation über den Gregorianischen Choral „Ave maris stella, mit der dieser beim Weihefest der Rudigier-Orgel im Dezember 1968 das Publikum begeistert und Massstäbe im Bereich Improvisation gesetzt hatte, widmete sie 1995 dem langjährigen Linzer Domorganisten Wolfgang Kreuzhuber.[6] Zusammen mit Stephan Simeon und später mit Stefan Albrecht leitete sie die Jugendsingwochen der Engadiner Kantorei im Kulturzentrum Laudinella in St. Moritz. Sie war zudem Chorleiterin des Jugendchores Thalwil, der Schütz-Kantorei Thalwil und des Kammerchors Luzern.

Monika Henking war international als Konzertorganistin tätig, unter anderem in den Vereinigten Staaten und in Japan.[4] Bei verschiedenen internationalen Wettbewerben wurde sie ausgezeichnet und war selbst auch als Jurorin bei internationalen Wettbewerben tätig.

Henkings Einspielungen auf CD umfassen Werke von Bach und Vincent Lübeck, eine zweisätzige Sonate von Johann Melchior Dreyer, die Toccata von Eugène Gigout, das Sortie in Es-Dur von Lefébure-Wély, ein Andante von G. A. Merkel, einen Sonatensatz von Rheinberger sowie Werke von Messiaen und Jehan Alain.

Die Komponisten Anton Heiller, Augustinus Franz Kropfreiter, Ernst Pfiffner und ihr Ehemann Franz Rechsteiner[7] widmeten ihr Werke.

Auszeichnungen (Auswahl)

Werke (Auswahl)

  • Kommt und laßt uns Christum ehren. Ein gesungenes Krippenspiel.
  • Der Mond ist aufgegangen. Für Flöte, Violine, Viola, Violoncello, Kontrabass, Orgel.
  • Hrsg.: Anton Heiller: „Nun komm’, der Heiden Heiland.“ Variationen für Orgel. 1985.
  • Anton Heiller: Improvisation über den Gregorianischen Choral „Ave maris stella“. [Transkription für Orgel von Monika Henking]. Verlag Ludwig Doblinger, Wien/München 1994.
  • mit Urs Fischer: Der Orgelbauer Friedrich Haas (1811–1886). Fotorotar, Zürich 2002, S. 49 ff + Begleit-CD zur Monographie.[10]

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Gabriela Schöb Freitag: Kirchenmusik als Lebensnahrung (Memento vom 4. Februar 2016 im Internet Archive)
  2. Theo Lustenberger: Monika Henking. In: musinfo.ch. Abgerufen am 5. Januar 2019.
  3. Peter Planyavsky: Gerettet vom Stephansdom. Edition va bene, 2007, ISBN 978-3-851-67188-9, S. 55 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  4. a b c Bettina Ledergerber: Verliebt in den fünften Evangelisten. Tages-Anzeiger, 23. Januar 2010, abgerufen am 21. Oktober 2019.
  5. Wolfgang W. Müller: Suche nach dem Unbedingten: spirituelle Spuren in der Kunst. Theologischer Verlag Zürich, Zürich 2008, ISBN 978-3-290-20046-6, S. 62 (Online).
  6. Stefanie Petelin: ORGEL.SOMMER: Wolfgang Kreuzhubers FREI.SPIEL. Dommusikverein Linz, 1. August 2019, abgerufen am 21. Oktober 2019.
  7. Guido Berlinger-Bolt: «Was den Leuten Hoffnung gibt». In: St. Galler Tagblatt. 23. April 2011, abgerufen am 21. Oktober 2019.
  8. Peter Planyavsky: Anton Heiller, Organist, Composer, Conductor. Boydell & Brewer, 2014, S. 115. online
  9. Peter Planyavsky: Anton Heiller, Organist, Composer, Conductor. Boydell & Brewer, 2014, S. 115.
  10. Friedrich Jakob: Rezension in: Zeitschrift für schweizerische Archäologie und Kunstgeschichte, 62 (2005), Heft 1, S. 56f.
Original: Original:

https://de.wikipedia.org/wiki/Monika_Henking