Jessie Kleemann

Jensine Marie „Jessie“ Kleemann (geb. Kristensen; * 6. November 1959 in Upernavik) ist eine grönländische Künstlerin und Dichterin.

Leben

Jessie Kleemann ist die Tochter des Maschinenmeisters und Fischers Arĸaluk Kleemann und der Näherin Vilhelmina Qvist Kristensen. Am 20. Dezember 1978 wechselte sie ihren Nachnamen vom Nachnamen ihrer Mutter zu dem ihres Vaters. Nach einer Scheidung heiratete sie am 10. September 1994 in Nuuk den dänischen Juristen Claus Roland Andreassen (* 1963), Sohn von Ib Andreassen und der Krankenschwester Jytte Holmsgaard.

Jessie Kleemann wurde von 1978 bis 1979 am Tuukaq Teatret in Fjaltring ausgebildet und danach für ein Jahr an der Grafischen Werkstatt in Nuuk. Anschließend studierte sie bis 1983 in Kanada und Sápmi. Von 1984 bis 1991 leitete sie die Kunstschule in Nuuk. 1991 gründete sie den grönländischen Schauspielerverband mit. Von 1991 bis 1993 war sie Koordinatorin des Kunstprojekts Art from the Arctic. 1995 war sie Mitgründerin und Vorsitzende des Zusammenschlusses grönländischer Künstler. Sie war Mitglied weiterer kultureller Kommissionen und Räte. Von 1989 bis 1991 schrieb sie Artikel für die Zeitschrift Tumit.

Neben Radierungen und Malereien ist Jessie Kleemann vor allem als Video- und Performancekünstlerin aktiv. In ihren Darstellungen bindet sie häufig Trommeltanz mit ein und ihre Werke sind meist expressiv, grotesk, absurd, erotisch oder poetisch. Sie debütierte als Künstlerin im Jahr 1981 und hat im gesamten Norden und in Frankreich ausgestellt. Zudem hat sie mehrere Gedichtsammlungen veröffentlicht und illustriert Bücher.[1][2]

Auszeichnungen und Stipendien

  • 1983: Knud Højgaards Fond
  • 1983: Stipendium der Samischen Künstlervereinigung
  • 1987: Sorlaks Ungdomspris
  • 1989: Folketingets grønlandske Fond
  • 1989: Nordens Institut i Grønland
  • 1990: U.S.I.A.
  • 1990: Hjemmestyrets Arbejdslegat
  • 1991: Hans Lynges Mindelegat
  • 1991: Statens Kunstfond
  • 1992: Folketingets grønlandske Fond
  • 1992: Hjemmestyrets Arbejdslegat

Werke (Auswahl)

  • 1981: Ataataq erninilu (Ätzung)
  • 1988: Kinaasunga (Videoperformance)
  • 1989: Inuit Nipaat (Gedichte und Illustrationen)
  • 1989–1990: Asanninneq Naliitsoq (Theaterschauspiel)
  • 1991–1993: Spirit Hosts Join the Elements (Video)
  • 1991–1993: Art from the Arctic (Logo)
  • 1991: Illustration für Glamhuller von Ole Korneliussen
  • 1994: Navaranaaq i en drømmetid (Performance)
  • 1997: Taallat. Digte. Poems (Gedichte)

Literatur

  • Iben Mondrup (Hrsg.): Jessie Kleemann – Qivittoq. Hurricane Publishing, Vejby 2012, ISBN 978-87-7669-050-2.

Einzelnachweise

  1. Biografie in Weilbachs Künstlerlexikon
  2. Torben Lodberg: Grønlands Grønne Bog 1988. Hrsg.: Grønlands hjemmestyres informationskontor. Kopenhagen 1988, ISBN 87-982902-9-0, S. 41.
Original: Original:

https://de.wikipedia.org/wiki/Jessie_Kleemann