Genitiv

Der Genitiv [ˈɡeːnitiːf] (auch [ˈɡɛnitiːf]), seltener Genetiv, veraltet Genitivus, Genetivus, von lateinisch [casus] genitivus/genetivus ‚die Abstammung bezeichnend[er Fall]‘, auch Wes-Fall oder Wessen-Fall, veraltet Zeugefall, ist ein grammatikalischer Kasus. Viele Grammatiken folgen einer traditionellen Anordnung der Fälle, in der dann der Genitiv als 2. Fall bezeichnet wird.

Die typischste Funktion des Genitivs ist die Markierung von Attributen, also von Substantiven bzw. Substantivgruppen, die von einem anderen Substantiv abhängen. Beispiele im Standarddeutschen sind: „das Haus des Nachbarn“, „der Klang einer fernen Glocke“. Daneben tritt der Genitiv auch bei Ergänzungen von Präpositionen, Adjektiven und Verben auf, sowie in bestimmten adverbiellen Funktionen.

Der Genitiv im Deutschen

Genitiv zur Markierung von Attributen

Der Genitiv steht in den meisten Konstruktionen in Verbindung zu einem anderen Substantiv, von dem er abhängt. Dieses ist also ein Fall von Rektion. In dem Beispiel „das Haus des Nachbarnregiert das Nomen „Haus“ sein Genitiv-Attribut „des Nachbarn“, die Zuweisung der Genitivform hängt also von dem ersten Nomen ab.

Dieser attributive Genitiv wird im heutigen Deutsch üblicherweise nachgestellt:

  • die Segel des Schiffes
  • der Bauch des Architekten

Er kann jedoch in gewissen Fällen auch vorangestellt werden. Ein vorangestelltes Genitivattribut wird im heutigen Deutsch normalerweise nur bei Eigennamen und gleichwertigen Ausdrücken verwendet, daher steht bei diesen Attributen dann kein Artikel.

  • Peters Freundin
  • Annas lustiger Hund
  • Vaters neues Auto

Im älteren Deutsch war der vorangestellte Genitiv mehr verbreitet, Spuren davon finden sich in der Gegenwartssprache noch in festen Wendungen, Sprichwörtern und dergleichen; andere Fälle sind selten (siehe jedoch den letzten Beleg in der folgenden Liste). Adjektive in solchen vorangestellten Genitiv-Attributen werden stark dekliniert.

  • Ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende. (Luther und Zürcher Bibel; Einheitsübersetzung: „… bis zum Ende der Welt.“)
  • Viele Hunde sind des Hasen Tod.
  • Der Mensch ist des Menschen Wolf.
  • Das ist des Rätsels Lösung.
  • Des Knaben Wunderhorn
  • Des Kaisers neue Kleider
  • meines Vaters Haus
  • meiner Tochter Kleid
  • Des Weltmeisters Gedächtnis lässt bereits nach“ (Überschrift in der Neuen Zürcher Zeitung vom 23. Juli 2018, S. 35)

Genitiv als Objekt-Kasus bei Verben

Einige Verben regieren ein Objekt im Genitiv, oder können dies zumindest in gehobenem oder altertümlichem Stil. Beispiele sind: bedürfen, entbehren (oft auch mit Akkusativ), ermangeln, gedenken, harren, pflegen (nur noch altertümlich: der Ruhe pflegen), spotten, sich annehmen, sich bedienen, sich besinnen, sich erfreuen (älter auch: sich freuen), sich erinnern, sich rühmen, sich schämen. Früher standen auch die Objekte der Verben vergessen (noch im Namen Vergissmeinnicht erhalten), warnen, warten und steuern im Genitiv, was noch in älteren Texten zu finden ist.

Satzbeispiele: „Sie gedenken der Freunde.“ „Sie erinnert sich ihres letzten Urlaubs.“ „Er erfreut sich bester Gesundheit.“ „Ich bediene mich des Genitivs.“

Bei einigen dieser Verben ist es auch möglich, eine Präposition anstatt der Genitivkonstruktion zu verwenden: Sie erinnert sich an ihren letzten Urlaub. Sie erfreuen sich an den Blumen.

Bei zahlreichen Verben der Rechts- und Gerichtssprache steht die Person im Akkusativ und die Sache im Genitiv („Genitivus criminis|genetivus criminis“ in der lateinischen Sprache). Beispiele sind: jemanden einer Sache verdächtigen, anklagen, beschuldigen, bezichtigen, zeihen, überführen; aber auch jemanden einer Sache berauben, entheben, entsetzen, verweisen.

Bei substantivierten Verben ist der Genitiv aufgrund der abgeleiteten Wortart Substantiv in diesen Konstruktionen aus unabhängigen Gründen zu erwarten, in diesem Fall entsprechen Akkusativobjekte des Verbs einem Genitiv der Substantivierung. Beispiel: „die Verteilung der Lebensmittel“ statt „die Lebensmittel zu verteilen“. In manchen Fällen kann ein Genitiv bei einer Substantivierung jedoch auch dem Subjekt des Verbs entsprechen: „die Ankunft des Zuges“ (der Zug kommt an). Die Bezeichnungen genitivus subiectivus bzw. genitivus obiectivus unterscheiden nicht, ob es sich um grammatische Entsprechungen zu zugrundeliegenden Subjekten und Objekten des Verbs (bei substantivierten Verben) handelt, oder um gleichartige Bedeutungsbeziehungen im Zusammenhang mit einfachen, unabgeleiteten Substantiven.

Genitiv bei Adjektiven

Auch eine Reihe von Adjektiven kann den Genitiv regieren, etwa bar, begierig, bewusst, eingedenk, fähig, frei, froh, fündig, gedenk, gewahr, gewärtig, gewiss, gewohnt, habhaft, kundig, ledig, mächtig, müde, satt, schuldig, sicher, teilhaft, teilhaftig, überdrüssig, unbenommen, unbeschadet, ungeachtet, ungedenk, unkund, unkundig, unteilhaft, unweit, unwert, unwürdig, verdächtig, verlustig, voll, voller, weitab, wert, würdig. In manchen Fällen kommt das Genitivobjekt allerdings nur noch in stehenden Wendungen vor.

Beispiele: Er ist bar jeglichen Verstandes. Ich bin mir dessen bewusst. Sie ist des Lebens froh, müde, überdrüssig. Sie ist sich der Sache gewiss. Er ist des Verbrechens schuldig. Ein Glas voll funkelnden Weines. Er ist dessen nicht würdig. Rudolf Hermanns: Angewandte Grammatik

Genitiv bei Präpositionen

Norm

Auch mit vielen deutschen Präpositionen findet sich der Genitiv. Manche von ihnen repräsentieren einen „geschraubten“ Kanzleistil. Im Laufe der Sprachgeschichte hat sich die Zahl der Präpositionen, die den Genitiv verlangen, stark erhöht, sei es infolge der Entwicklung vom Substantiv zur Präposition (etwa „Trotz“ zu „trotz“), infolge von Univerbierungstendenzen (etwa „mit Hilfe“ zu „mithilfe“) oder aber infolge des Wechsels der Rektion (etwa im Fall von „längs“).

Präpositionen, die mit Genitiv konstruiert werden können, sind:

abseits, abzüglich, anfangs, angesichts, anhand, anlässlich, anstatt, anstelle, aufgrund, ausgangs, ausschließlich, außerhalb, auswärts, ausweislich, behufs, beiderseitig, beiderseits, beidseits, bergseits, betreffs, bezüglich, binnen, dank, diesseits, eingangs, einschließlich, einwärts, ende, exklusive, im Falle, fernab, gelegentlich, halber, hinsichtlich, hinsichts, infolge, inklusive, inmitten, innerhalb, innert, inwärts, jenseits, kraft, längs, längsseits, laut, linkerhand, linkerseits, links, linksseitig, mangels, mithilfe, mittels, namens, nördlich, nordöstlich, nordwestlich, ob (veraltet, etwa in: ob des erlittenen Verlustes), oberhalb, östlich, im Rahmen, rechterhand, rechts, rechtsseitig, seitab, seitwärts, seitens, seitlich, statt, an … statt, südlich, südöstlich, südwestlich, trotz, um … willen, unterhalb, aus Ursachen, vermittels, vermöge, vonseiten, vorbehaltlich, während, wegen, westlich, zeit, zufolge, zugunsten, zulasten, zuseiten, zuungunsten, zuzüglich, zwecks.

Die Genitivrektion der Präpositionen aus obiger Liste ist teilweise schwankend, in etlichen Fällen ist auch Dativ eine Variante, die je nach Stilniveau oder Dialekt eintreten kann. Zudem gibt es eine Gruppe von Präpositionen, die den Dativ oder Akkusativ fordern, wenn sie nachgestellt stehen (also präziser gesagt als Postpositionen auftreten), und nur bei Voranstellung den Genitiv regieren können: den Fluss entlang — entlang des Flusses. Ein anderes Muster zeigt jedoch wegen (wegen dem Unfall / des Unfalls — des Unfalls wegen); oder in älterem Deutsch nachgestelltes ohne, das den Genitiv regierte und noch in dem Wort zweifelsohne erhalten ist.

Es gibt Übergänge zwischen Präpositionen und Konjunktionen. Beispielsweise kann anstatt auch als Konjunktion verwendet werden und regiert dann keinen Kasus, sondern der darauf folgende Kasus hängt vom Verb ab: Er betrat den Garten anstatt den Hof. (Siehe auch im Artikel Konjunktion (Wortart)#Abgrenzung von Präpositionen).

Umgangssprachliche Ersetzungen und gegenläufige Entwicklungen

Bei gängigen Präpositionen wie während wird der Genitiv in der Umgangssprache gelegentlich auch durch den Dativ ersetzt. Im südlichen deutschen Sprachraum wird die Präposition wegen stets mit Dativ verwendet, beispielsweise wegen dem schlechten Wetter, was jedoch allgemein nicht als korrekt angesehen wird.[1][2]

Doch auch die umgekehrte Entwicklung ist zu beobachten. Im Bemühen um einen besonders gehoben und offiziell erscheinenden Sprachstil in Rundfunk und Presse werden gelegentlich Präpositionen, die in der Standardsprache den Dativ (entsprechend, entgegen, gegenüber, gemäß, nahe) oder den Akkusativ (betreffend) verlangen, auch mit dem Genitiv verbunden.[3][4] Auch entwachsen in der Kanzleisprache aus Hauptwörtern neu gebildete Präpositionen, etwa behufs, kraft, seitens.

Standardsprachliche Ersetzungen

Ungeachtet solcher Tendenzen wird der Genitiv bei Präpositionen immer durch den Dativ ersetzt, wenn ein Substantiv im Plural weder durch einen Artikel noch ein Adjektiv mit Fallendungen begleitet wird und somit am Substantiv allein nicht zu erkennen ist, dass es im Genitiv steht, weil die Form des Genitivs Plural mit der Form des Nominativs Plural übereinstimmt. So heißt es zwar wegen Hagels mit in den Genitiv gesetztem Substantiv, pluralisch dagegen wegen Hagelschauern – hier muss der Dativ stehen, da der Genitiv im Plural („Hagelschauer“) allein am Substantiv nicht erkannt werden kann.

In bestimmten Verbindungen kann bei Präpositionen, die sonst den Genitiv fordern, standardsprachlich der Dativ verwendet werden, wie bei wegen manchem.[5]

Besonderheiten der Formenbildung und Schreibung

Wortstämme auf -s

  • Wenn ein Eigenname auf einem S-Laut endet und kein Artikel, Possessivpronomen oder dergleichen davor steht, wird zur schriftlichen Kennzeichnung des Genitivs gemäß § 96 der Regeln zur Deutschen Rechtschreibung der Apostroph verwendet. Endungen können folgende sein: s (Klaus’), ss (Grass’), ß (Weiß’), tz (Katz’), z (Merz’), x (Marx’) und ce (Bruce’).
    • Zu beachten ist, dass die genannten Buchstaben nur dann den Genitiv durch Apostrophierung bilden, wenn ihnen auch tatsächlich der Laut [s] entspricht oder er stumm bleibt; wenn nicht, wird in der geschriebenen ebenso wie in der gesprochenen Sprache ganz normal ein s angehängt, so etwa Miloševićs, nicht *Milošević (ebenso wie Millowitschs, nicht *Millowitsch) oder Benešs, nicht *Beneš (ebenso wie Bauschs, nicht *Bausch).
      • Eine Ausnahme hiervon stellen lediglich Wörter dar, die auf eines der Grapheme enden, das stumm bleibt. Es wird Jacques’ (und nicht *Jacquess) oder Giraudoux’ (und nicht *Giraudouxs) geschrieben, obwohl in der gesprochenen Sprache durchaus ein [s] angehängt wird ([ˈʒak+s]).
    • Da der Genitiv im Deutschen markierungspflichtig ist, kann der Apostroph bei nachgestellten Genitiven nicht verwendet werden. So ist in dem Syntagma Klaus’ Hund an Wortstellung und Intonation zu erkennen, dass Klaus hier im Genitiv steht; in dem Syntagma der Hund Klaus ist jedoch Klaus nur als der Name des Hundes interpretierbar, und dies kann auch nicht dadurch geändert werden, dass Klaus ein Apostroph hinzufügt wird: *der Hund Klaus’ wäre beim Lesen zwar verständlich, aber ein nicht auszusprechender Text.
    • Sollen stilistisch unglückliche Genitive von Eigennamen, die auf einen S-Laut enden, wie Klaus’ Freund Thomas oder Marx’ „Kapital“ vermieden werden, so kann auf die veraltende Genitivbildung mit -ens zurückgegriffen werden: Klausens Freund Thomas, Marxens „Kapital“.[6] Ferner ist in diesem Fall auch die Umschreibung mit von möglich (analytische Formbildung: Thomas, der Freund von Klaus, „Das Kapital“ von Marx).

Schreibung mit Apostroph

Die Abtrennung des s durch Apostroph beim Genitiv ist im Deutschen nicht mehr üblich. Sie war bis ins 19. Jahrhundert auch in der geschriebenen und gedruckten deutschen Hochsprache noch verbreitet, von der Preußischen Akademie der Wissenschaften wurden die Werke Kants sogar im 20. Jahrhundert noch unter dem Titel „Kant’s Gesammelte Schriften“ herausgegeben. Mit der Reform der deutschen Rechtschreibung von 1901 galt dies als Fehler. Nach reformierter Rechtschreibung (§ 97E der amtlichen Regelung) ist es seit 1996 erlaubt, bei Personennamen vor deren Genitivendung -s einen Apostroph einzufügen, um damit die Grundform zu verdeutlichen: Carlo’s Taverne.[7]

Varianten des Genitiv-s

  • Bei männlichen und sächlichen Substantiven kann in vielen Fällen (ähnlich wie im Dativ Singular) ein „flüchtiges e“ auftreten. So sind zwei Genitivvarianten möglich. Beispiel: „des Baums“ oder „des Baumes“. Manchmal ist diese Erweiterung obligatorisch: Bspw. „des Schlusses“.
  • In dichterischer Sprache und fest gefügten Wendungen werden von Pronomen noch die älteren, kürzeren Genitivformen verwendet, die seit dem 16. Jahrhundert seltener wurden:[8] Wes Brot ich ess, des Lied ich sing.

Andere Arten der Genitivmarkierung

Der Possessivgenitiv kann im Deutschen durch präpositionale Fügungen mit von ersetzt werden (also: die Werke von Goethe). Dies geschieht vor allem in der Umgangssprache. Außerdem wird durch die Konstruktion mit von regelmäßig die Unbestimmtheit von Pluralausdrücken wiedergegeben, wenn der Genitiv nicht durch ein Adjektiv- oder Zahlattribut markiert werden kann: eine Mutter von vier Kindern statt: die Mutter der vier Kinder. Die Zahlwörter zwei und drei haben zwar noch eigene Genitivformen, die jedoch (vor allem in der Umgangssprache) oft vermieden werden (eine Mutter von drei Kindern anstatt eine Mutter dreier Kinder).

Stehen mehrere Attribute nebeneinander, werden die Genitiv- und die von-Konstruktionen zur stilistischen Variation benutzt (am Tag von Marias Hochzeit anstatt am Tag der Hochzeit Marias). Die von-Konstruktion bietet auch einen Ausweg, wenn kein Wort die Genitivendung tragen kann (das Geschrei von Gänsen; das Geschrei der Gänse dagegen beinhaltet nicht die Unbestimmtheit).

Ein anderer Fall ist, dass in festen Wendungen mit Namen der Genitiv durch ein mit dem Suffix -sch (aus -isch) gebildetes Adjektiv ersetzt werden kann: statt Verners Gesetz heißt es vernersches Gesetz oder Verner’sches Gesetz.

Bildung und Verwendung in deutschen Dialekten

In den meisten deutschen Dialekten findet sich der Genitiv höchstens noch bei Personennamen und Verwandtschaftsbezeichnungen sowie in festen Wendungen. Eine Ausnahme stellen einige Mundarten des Walliser- und Walserdeutschen dar, die zumindest noch bis in die jüngere Vergangenheit über einen vollumfänglich funktionablen Genitiv verfügten.[9] Dialektal weit verbreitet sind stattdessen Konstruktionen mit dem Dativ, beispielsweise „dem Nachbarn sein Haus“.

Eine weitere Form zur Anzeige des Besitzverhältnisses, die nur in der Umgangssprache und in Dialekten genutzt wird, ist eine Form im Dativ mit nachgestelltem besitzanzeigenden Pronomen: unsrer Oma ihr klein’ Häuschen, dem Vater sein Auto, dem Ernst Kuzorra seine Frau ihr Stadion (Johannes Rau). Sie wird jedoch in der Standardsprache vermieden, da sie von den meisten Sprechern als inkorrekt empfunden wird. Diese Form ist in vielen germanischen Sprachen verbreitet und ist im Englischen als „his-Genitiv“ bekannt. Die heutige Schreibung des englischen Genitivs unter Zuhilfenahme eines Apostrophs, etwa father’s house „Vaters Haus“, ist eine Umdeutung des mittels des Morphems s gebildeten Genitivs als Kontraktion des his-Genitivs (father his house „Vater sein Haus“). Der auch im Skandinavischen weit verbreitete Genitiv dieser Art, etwa far sin hat „Vaters Hut“ beziehungsweise „Vater sein Hut“, ist dem Niederdeutschen entlehnt und wird im Norwegischen als garpegenitiv „Genitiv nach Art der in Bergen niedergelassenen Hanseaten“ bezeichnet.[10]

Der Genitiv im Sprachvergleich

Englisch

Die englische Grammatik kennt als eine Variante des Possessiv- bzw. attributiven Genitivs das Apostroph-s oder Genitiv-s, geschrieben ’s, z. B. Janie’s restaurant ‚Janies Restaurant‘. Dies wird auch als Sächsischer Genitiv bezeichnet.

Hebräisch

Im Hebräischen wird der Genitiv durch Verwendung einer Kombination aus Status constructus und Status absolutus gebildet. Hierbei wird jedoch nicht das nomen rectum, sondern das nomen regens verändert. Genau genommen bleibt in der Kette von Substantiven allein das letzte (ganz linke) als Nomen rectum im Status absolutus, während alle vorhergehenden, die damit näher bestimmt werden, in den Status constructus überführt und somit verändert werden. Siehe hierzu Ivrit#Status constructus

Litauisch

Im Litauischen drückt der Genitiv im Passiv das Agens aus (possessive Satzkonstruktion, z. B. tėvo sergama – „der Vater ist krank“).

Slawische Sprachen

In der russischen Sprache erfordern die Zahlwörter два, три und четыре („zwei“, „drei“ und „vier“) den Genitiv Singular. Мне два года. – Ich bin zwei Jahre alt. Zahlen von fünf bis zwanzig fordern den Genitiv Plural, einundzwanzig den Nominativ, weil die Zahl auf eins endet, zweiundzwanzig bis vierundzwanzig wieder den Genitiv Singular (Мне двадцать два года. – Ich bin zweiundzwanzig Jahre alt.) Es folgt wieder Genitiv Plural bis 30, es wiederholt sich alles bei jeder weiteren Dekade bis hundert. Ab hundertundeins findet dann die nominative Deklinationsform Verwendung.

In mehreren anderen slawischen Sprachen, z. B. im Slowenischen, wird die genitivische Deklinationsform statt des Akkusativs (aber nicht anderer Fälle) in negierten Sätzen benutzt.

Siehe auch

Weblinks

Wiktionary: Genitiv – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
Wiktionary: Genitivattribut – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
Wiktionary: Genitivobjekt – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise

  1. Die Verwendung des Dativs wohl befürwortend, aber als umstritten darstellend: Präpositionen mit Genitiv Stichwort „wegen“, Canoonet
  2. allgemein anerkannte Form: wegen des schlechten Wetters (Genitiv)
  3. Brigitte Grunert: Problemfall Wem-Fall in Der Tagesspiegel, 10. Februar 2008, abgerufen am 20. April 2016.
  4. Hans Bickel, Christoph Landolt: Schweizerhochdeutsch. Wörterbuch der Standardsprache in der deutschen Schweiz. 2., vollständig überarbeitete und erweiterte Aufl. Hrsg. vom Schweizerischen Verein für die deutsche Sprache. Dudenverlag, Berlin 2018, ISBN 978-3-411-70418-7, S. 105.
  5. wegen. Duden.de
  6. Wolfgang Müller: Das Wörterbuch deutscher Präpositionen. 2013, S. 2199
  7. Überarbeitete Fassung des amtlichen Regelwerks (2006). (PDF) Rat für deutsche Rechtschreibung
  8. wer. In: Jacob und Wilhelm Grimm: Deutsches Wörterbuch
  9. Vgl. etwa Walter Henzen: Der Genitiv im heutigen Wallis. In: Beiträge zur Geschichte der deutschen Sprache und Literatur 56, 1931, S. 91–138.
  10. Vgl. Bokmålsordboka/Nynorskordboka, Lemma garpegenitiv.
Original: Original:

https://de.wikipedia.org/wiki/Genitiv