Benutzer:Qaswa

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Von Okt. 2006 bis Nov. 2009 = ThoR ; März 2010 – 26. Juli 2020 (systematisch) = „Qaswa“ (d.i. Thomas Yusuf Reinke)

............................... Ramadan Mubarak ...........................


Also, dass du dir schon ein bisschen Sorgen machst, wie das eigentlich weitergehen soll nach diesem Ding, das uns gerade alle ziemlich fertig macht, das weiß ich natürlich, liebes Tagebuch. Und dass es mir nicht so besonders gut geht, hast du wohl auch gemerkt. Aber ich bin ja nicht derdie Einzige, derdem das so geht, und was mich angeht, kann ich dich schon etwas beruhigen, glaube ich, weil ich ja vor diesem Ding auch nichts Besonderes hatte, was das Ding mir jetzt weggenommen hat. Na ja, bis auf die "Nachhilfeschüler" natürlich, die ich vorher hatte, und nach Irland konnte ich auch nicht letztes Jahr; aber nach Berlin werde ich ja vllt. noch mal kommen. Falls ich irgendwann mal geimpft werden sollte, versteht sich; ich habe mich ja am 10. März angemeldet und zu Ostern hat Rheinland-Pfalz mir geschrieben, dass sie mir vllt. im Mai einen Termin nennen können. Wenn sie dann genug von diesem AstraZeneca haben. Dass sie mich damit impfen wollen, ist wohl das Einzige, was sie schon wissen. Also so besonders schön ist das natürlich alles nicht, aber irgendwie geht's schon. Aber jetzt muss ich dir etwas gestehen, liebes Tagebuch, auch wenn dich das vllt. ein bisschen erschrecken sollte: Ich mache mir nämlich auch Sorgen. Und zwar ziemlich große. Weil es nämlich keinen einzigen Menschen bei uns gibt, der den Leuten in Deutschland laut und deutlich sagt, dass es nie wieder so werden wird "wie früher". Das wäre nämlich eine riesengroße Befreiung, das mal ausgesprochen zu hören – denn fühlen tun das ja alle schon längst. Papa Steinmeier könnte das machen, oder Onkel Schäuble, der traut sich ja manchmal auch was zu sagen, was nicht so besonders populär ist. Ich finde das nämlich wichtig, weil sonst die riesengroße Naivität immer weiter den Ton angibt, mit der bei uns alle Politiker:innen das Chaos ständig vergrößern. Dass sie beinahe ganz hilflos sind, ist nicht so schlimm, aber dass sie den Leuten das nicht sagen, das ist nicht nett – weil die Leute das ja längst gemerkt haben und bekanntlich gar nicht so unfähig sind, wenn die Politiker:innen sie nicht mit aller Macht in möglichst großer Unmündigkeit halten. Dass sich natürlich auch ganz anders (und richtig erfolgreich) Politik gegen dies Ding machen lässt, zeigt sich in einigen der wie wir demokratisch verfassten Staaten in Asien, wo die Politiker:innen sich nämlich den Wissenschaftler:innen unterordnen, weil die den Durchblick haben, der den Politiker:innen naturgemäß fehlt – aber von Leuten in Asien wollen die so wahnsinnig überlegenen Europäer in ihrem Dünkel ja nichts lernen. In den Ländern in Asien und Afrika könnten die Menschen vllt. auch langfristig besser mit den Veränderungen zurande kommen, die dies Ding allen Menschen aufzwingt, stelle ich mir vor. Aber vllt. ist das auch rassistisch, so eine Idee. Eine Fantasie habe ich aber, liebes Tagebuch, aber die wird nie Wirklichkeit werden in Deutschland. Weil ich mir nämlich wünschte, dass der Föderalismus in Deutschland nicht per Ewigkeitsklausel festgeschrieben wäre, sondern man da ein bisschen was dran ändern könnte. Dieser Föderalismus hat ja dafür gesorgt, dass die Kinder in Deutschland in den Schulen seit Jahrzehnten gnadenlos verarscht werden, und statt den Provinzkaiser:innen Volker Bouffier, Malu Dreyer, Winfried Kretschmann, Michael Kretschmer, Armin Laschet, Michael Müller, Bodo Ramelow, Manuela Schwesig, Markus Söder ausgeliefert zu sein, wünschte ich mir eine Lösung wie in Irland, wo Micheál Martin und Leo Varadkar die Sache gemeinsam managen und sich in der Mitte der Wahlperiode ablösen sollen. In Deutschland sollten das Kevin Kühnert und Boris Palmer zusammen machen. Ja, mal ohne Frau dabei. Jetzt lach nicht, liebes Tagebuch, das ist ja bloß eine Fantasie; und dass ich nichts halte von den Parteien dieser Männer, das weißt du auch; aber die beiden trauen sich wenigstens ein klein bisschen was – und schlimmer als die bisherigen, geistig fast alle so unerträglich unbeweglichen, angstvoll mehr den Umfragen als den Menschen verpflichteten Langzeit-Berufspolitiker:innen könnten die beiden es auch nicht machen. --- Ach, hoffentlich ist dir nicht schlecht geworden von so viel Politikgerede, liebes Tagebuch ! Jetzt muss ich aber schleunigst gucken, was in der Wikipedia so los ist – da sterben nämlich immer mehr Leute, hab' ich das Gefühl, und die Artikel von denen muss ich mir doch alle angucken. Ich bin ja immer froh, wenn da ein Fußballer oder ein Radfahrer gestorben ist, weil ich mich um deren Artikel doch nicht kümmern muss.

Stell dir nur vor, liebes Tagebuch, was für eine Überraschung das war, als ich dich heute plötzlich auf Englisch gelesen habe! Weil dieder Lotje aus Westflandern dich Mohsen aus dem Iran auf Wikimedia Commons erzählt hat! So schnell ist ja nicht mal Amanda Gorman übersetzt worden, und so gut auch nicht, glaube ich. Da hab' ich wirklich sehr gestaunt! Lotje hat nämlich geschrieben: ‘.... Covid lockdowns, that's all we talk about, worlwide. Actually, yesterday, I noticed Qaswa took a very nice initiative on their Germanuserpage. It is like writing in their diary, telling how sad it is there is not a single person in their country telling people loud and clear it will never be as before. That it would be a tremendous relief to hear this said - because feeling that, we already do that for a long time... They are especially fingerpointing at the politicians in their country. ....’ Ja, das steht auf der Seite von Mohsen, du kannst ja selber nachgucken auf der Seite, wenn du es sonst nicht glauben kannst. Und richtig angesprochen hat derdie Lotje uns da auch noch. Aber denk bloß nicht, du wirst jetzt genauso berühmt wie die Frau Gorman! Und solche Allüren darfst du auch nicht bekommen, das verbiete ich dir. Aber dass das so international zugeht in der Wikipedia, das gefällt mir schon.

Weißt du, liebes Tagebuch, ich bin ja ein ziemlich alter Mann und manchmal fange ich jetzt schon an, mal so ein bisschen an früher zu denken. Vor ein paar Tagen, da habe ich z. B. mal überlegt, welche deutschen Politiker:innen mir eigentlich überhaupt gefallen haben in den letzten 70 Jahren. Das hat nur eine Minute gedauert, und ich habe alle 7 zusammengehabt. Ich geb' ja zu, dass ich die nicht alle schon gemocht habe als sie noch am Leben waren; die meisten aber schon. Und leben tut ja sowieso nur einer von den 7, der Gerd Müller – den kennst du wohl noch nicht, glaube ich. Die andern kennst du natürlich alle, aber bevor du groß rumrätst, wen ich meine, sag' ich sie dir nochmal: Außer dem Gerd Müller also natürlich der Heinemann und der Brandt und der Bahr und der Genscher und die Hanna-Renate Laurien. Und auf dieden 7. komm' ich gar nicht mehr. Na ja, sowas geht einemeiner vor dem Einschlafen oder beim Spazierengehen so durch den Kopf, und dann ist es wieder weg. Heute habe ich da aber nochmal dran gedacht, weil ich mich plötzlich gefragt habe, wie wohl der Helmut Schmidt mit diesem Ding zurande kommen würde; du weißt schon, der mit dem Hochwasser und der RAF. Nun gehört ja der Helmut Schmidt zu den Leuten in der Politik, die ich nicht leiden kann; also ich finde ihn nicht so furchtbar wie den Adenauer und den Kohl, aber schon ziemlich schlimm. Das war wohl die Zeit, als du so lange verreist warst, also weißt du das vielleicht noch gar nicht; aber an den Adenauer wirst du dich bestimmt erinnern. Aber um den Helmut Schmidt geht es mir ja auch gar nicht, sondern natürlich um dies Ding heute. Wobei das bestimmt anderen Leuten auch schon eingefallen ist, sich zu fragen, wie wohl dieder eine oder andere von den toten Leuten in Deutschland mit dem Ding klar gekommen wäre, also Leute nach 1945, meine ich; aber ich hab' ja kein Fernsehen und lesen tu ich nur die Zeitungen aus England und aus Irland, das weißt du ja, also muss ich mir immer alles alleine zusammendenken. Ja, und worauf ich dann gleich gekommen bin, das ist, dass Frau Merkel jetzt zurücktreten müsste. Das wird natürlich nicht passieren, aber das wäre der größte Dienst, den sie Deutschland jetzt noch leisten könnte, glaube ich. (Wenn sie aber doch zurücktritt, sag' ich dir das gleich – versprochen!) Natürlich sollte sie nicht zurücktreten, weil eineine andere:r es besser machen könnte als sie, sondern weil die andern Politiker:innen in Deutschland, also die Provinzkaiser:innen und Kommunalprinz:essinen, so eine Chefin wie sie, die immer Recht hat, einfach nicht mehr aushalten und ertragen können und deshalb jetzt vllt. schon sowas wie eine Art passiver Widerstand gegen sie im Gange ist. Da bin ich drauf gekommen, liebes Tagebuch, weil der Aktivismus der Politiker:innen in Deutschland diese Woche plötzlich zum Stillstand gekommen ist und stattdessen später mal die Leute nachts zu Hause bleiben sollen, wenn bei ihnen zuviele von diesen Dingern rumfliegen. Als ob die Leute sich nicht einfach weiter wie bisher vor 9 p.m. anstecken würden ! Das mit dem fehlenden Aktivismus finde ich ja gut; dass Deutschland dies Ding aber mit einer Ausgangssperre einschüchtern will, das irritiert mich wirklich sehr. Du fragst dich aber bestimmt schon die ganze Zeit, was das alles soll und weshalb ich dir das denn alles erzähle – also ich meine nur, wenn die Frau Merkel vllt. ja doch zurücktreten sollte, dann bist du wenigstens schon mal darauf vorbereitet. Weil es doch bestimmt erst noch schlimmer kommen muss bevor es vielleicht besser wird. Denn stell dir bloß mal vor, in Irland mit seinen beinahe 30 Countys wäre so ein Heckmeck im Gange wie bei uns mit halb so vielen Bundesländern! Also, die Frau Merkel soll sagen: ‚So lässt sich keine Politik mehr machen, die Ausgangssperre war eine letzte Schnapsidee, weil Ihr nicht mehr mitgemacht habt, und jetzt macht Euern Kram alleine!‘ Vielleicht wachen dann ja ein paar Leute auf ?

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